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Kosteneffizient mit Erneuerbaren Energien zum klimaneutralen Gebäude

Der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) begrüßt die zum 1. Januar 2016 wirksam werdende nächste Stufe der Energieeinsparverordnung (EnEV). Denn Bauherren müssen von da an höhere energetische Anforderungen erfüllen. „Die einfachste und kosteneffizienteste Lösung für Bauherren, die nächste Stufe der Energieeinsparverordnung einzuhalten, ist der Einsatz Erneuerbarer Energien“, betont BEE-Geschäftsführer Dr. Hermann Falk. „Jeder Einzelne kann damit den Klimaschutzvertrag von Paris mit Leben erfüllen.“ Der BEE rechnet am Beispiel eines klassischen Einfamilienhauses vor, wie die höheren Anforderungen der EnEV zu erreichen sind. „Wer ein neues Haus baut, kommt faktisch nicht mehr ohne eine Heizung auf Basis Erneuerbarer Energien aus. Weder mit dreckigem Öl noch mit Erdgas lassen sich die Anforderungen klimaneutral und kostenefffizient erreichen“, so Falk. So sind die Anforderungen des klassischen Einfamilienhauses nicht einmal mehr mit einem modernen Gas-Brennwertkessel einzuhalten. Selbst mit Erdgas würde der Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgasemissionen immer noch bei knapp drei Tonnen im Jahr liegen. Das ist zu viel, um das Ziel der Bundesregierung eines nahezu klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050 zu erreichen. Auch auf der Kostenseite bietet die Erneuerbare Wärme echte Vorteile. So kann eine Pelletheizung gegenüber einer Erdgasheizung fast 200 Euro im Jahr sparen und die Haushaltskasse der Eigentümer entlasten. Erneuerbare Wärme bietet zudem zahlreiche weitere Vorteile. „Ob mit Holzenergie, Sonnenenergie oder Umweltwärme – Erneuerbare Energien steigern die Wohn- und Lebensqualität eines Zuhauses und machen uns unabhängig von Brennstoffimporten,“ sagt der für die Wärmebranche zuständige BEE-Vizepräsident Karl-Heinz Stawiarski.

 

Eine europäische Energieunion für sichere, nachhaltige und bezahlbare Energie

Die Europäische Kommission hat am 25. Februar 2015 ihr Paket für eine krisenfeste europäische Energieunion und eine zukunftsweisende Klimaschutzstrategie beschlossen, eine der wichtigsten Prioritäten der Juncker-Kommission. Neben der Rahmenstrategie mit den Zielen der Energieunion und konkreten Schritten zur Umsetzung gehören dazu auch eine Mitteilung über das europäische Stromverbundziel und eine Mitteilung zu den Erwartungen der EU an ein weltweites Klimaschutzabkommen, das im Dezember in Paris geschlossen werden soll.

Zentrale Ziele der Energieunion sind:

- Versorgungssicherheit: Dazu gehört eine verminderte Abhängigkeit der EU von einem einzelnen Lieferanten und Möglichkeit der alleinigen Versorgung durch die Nachbarn, insbesondere im Falle von Störungen der Energieversorgung. Ziel ist auch mehr Transparenz, wenn EU-Länder Verträge über den Einkauf von Energie oder Gas mit Drittländern schließen.

- Ein echter europäischer Energiebinnenmarkt: der grenzübergreifende freie Fluss der Energie und die strenge  Durchsetzung der geltenden Vorschriften in Bereichen wie Entflechtung und Unabhängigkeit der Regulierer, erforderlichenfalls unter Anwendung rechtlicher Schritte. Die Neugestaltung des Strommarkts mit stärkerem Verbund, mehr erneuerbaren Energien und größerer Bedarfsorientierung. Gründliche Überprüfung staatlicher Eingriffe auf dem Binnenmarkt und Abbau von Subventionen, die der Umwelt schaden.

- Vorrang für Energieeffizienz: Energieeffizienz grundlegend überdenken und als eigenständige Energiequelle behandeln, damit sie gleichberechtigt mit Erzeugungskapazität konkurrieren kann.

- Übergang zu einer dauerhaft CO2-armen Gesellschaft: Sicherstellung, dass vor Ort erzeugte Energie – auch aus erneuerbaren Quellen – einfach und effizient in das Netz eingespeist werden kann; Förderung der technischen Vorreiterrolle der EU durch Entwicklung der nächsten Generation der Technologien für erneuerbare Energien und Erringen einer Spitzenstellung bei der Elektromobilität, während europäische Unternehmen die Ausfuhren steigern und weltweit in Wettbewerb zu treten.

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sagte: "Die Energie ist schon viel zu lange von den Grundfreiheiten unserer Union ausgeschlossen. Die aktuellen Ereignisse machen deutlich, was auf dem Spiel steht: Viele EU-Bürgerinnen und -Bürger befürchten, dass für sie nicht mehr genügend Energie da sein könnte, damit sie ihre Wohnungen heizen können. Jetzt geht es darum, dass Europa gemeinsam handelt – auf lange Sicht. Ich will, dass die Energie, die die Grundlage unserer Wirtschaft bildet, krisenfest, zuverlässig, sicher sowie zunehmend erneuerbar und nachhaltig ist."

Maroš Šefčovič, für die Energieunion zuständiger Vizepräsident der Kommission, ergänzte: "Heute starten wir das ehrgeizigste europäische Energieprojekt seit der Gründung der Gemeinschaft für Kohle und Stahl – ein Projekt, das unsere 28 europäischen Energiemärkte zu einer gemeinsamen Energieunion zusammenschließt, die Energieabhängigkeit Europas verringert und  Investoren die Planbarkeit gibt, die sie so dringend brauchen, um Arbeitsplätze und Wachstum zu schaffen. Heute bringen wir eine grundlegende Umstellung auf eine CO2-arme und klimafreundliche Wirtschaft in Gang, die die Bürgerinnen und Bürger in den Mittelpunkt stellt, indem sie Energie für sie erschwinglicher, sicherer und nachhaltiger macht."

Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimapolitik und Energie, erklärte: "Lasst uns an die Arbeit gehen! Heute haben wir die Weichen für einen vernetzten, integrierten und sicheren Energiemarkt in Europa gestellt. Jetzt wollen wir ihn verwirklichen."

Die EU ist der größte Energieimporteur weltweit: 53 Prozent der Energie werden eingeführt, die jährlichen Kosten dafür betragen rund 400 Mrd. Euro. Zwölf EU-Mitgliedstaaten erfüllen nicht das Verbundziel der EU, wonach mindestens 10 Prozent der installierten Stromerzeugungskapazität grenzübergreifend verfügbar sein müssen. Sechs EU-Mitgliedstaaten sind bei allen ihren Gasimporten von einem einzigen externen Anbieter abhängig. 75 Prozent unserer Gebäude sind nicht energieeffizient; unser Verkehr ist zu 94 Prozent von Erdölerzeugnissen abhängig, von denen 90 Prozent importiert werden. In der EU sind die Großhandelspreise für Strom um 30 Prozent und die für Gas um mehr als 100 Prozent höher als in den USA.

Bundestag verlängert Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff

Der Bundestag hat die Fortschreibung der Steuerermäßigung für Erdgas und Bio-Erdgas als Kraftstoff beschlossen. Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD reichten einen entsprechenden Entschließungsantrag ein, der die Bundesregierung zur Vorlage eines Gesetzesentwurfs zur Verlängerung der Energiesteuerermäßigung von Erd- und Flüssiggaskraftstoff bis zum Frühjahr 2016 auffordert. Bis Ende 2018 gilt für Erdgas und Bio-Erdgas als klimaschonender Kraftstoff ein vergünstigter Energiesteuersatz. Mit der Fortschreibung der Steuerermäßigung soll die Dekarbonisierung des Verkehrs und die Marktdurchdringung von Erdgasfahrzeugen, die von vielen namhaften Herstellern angeboten werden, weiter vorangetrieben werden. Aktuell sind ca. 500.000 Autogas-Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen unterwegs. Der CO2-Ausstoß von Autogas ist gegenüber Benzin um 15 Prozent reduziert. Autogas verbrennt außerdem mit verringerten Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerten. "Eine halbe Million Endverbraucher leisten damit einen bezahlbaren Beitrag zur Reduktion von CO2 und Luftschadstoffen", so Rainer Scharr, Vorsitzender des Deutschen Verbandes Flüssiggas.

 

Eröffnung des Antiumgehungsverfahrens gegen Solarimporte aus Taiwan und Malaysia

Die Europäische Kommission hat die Eröffnung eines Ermittlungsverfahrens gegen Solarimporte aus Taiwan und Malaysia bekannt gegeben (Amtsblatt der Europäischen Union L 132/15). Bei diesen Importen besteht der Verdacht, dass sie in Teilen ursprünglich aus China stammen und somit einem Zoll gegen Dumping und illegalen Subventionen unterliegen. Zukünftig werden alle importierten Solarzellen und -module aus Taiwan und Malaysia bei ihrer Einfuhr in die EU registriert, so dass auch nachträglich noch Zölle in Höhe von rund 50 Prozent darauf erhoben werden können. Die europäische Herstellerinitiative EU ProSun begrüßt den Schritt der Europäischen Kommission. Milan Nitzschke, Präsident von EU ProSun: "Chinesische Solarhersteller umgehen die Antidumpingmaßnahmen der EU, indem sie ihre Waren vor dem Transport nach Europa in andere Länder bringen und damit die Angabe des Herkunftslandes fälschen. Das ist Zollbetrug und muss gestoppt werden." Europäische Solarhersteller würden durch dieses fortgesetzte Dumping massiv geschädigt. Zahlreiche EU-Firmen mussten deswegen bereits ihre Produktion schließen. Die Summe der durch diese Praktiken verursachten Zollhinterziehung beziffert EU ProSun auf bisher rund 500 Millionen Euro, die der EU und ihren Mitgliedsstaaten entgangen sind. Europäische Zollämter haben nach Medienberichten bereits Ermittlungen begonnen, um einen Teil dieser Summe nachträglich zu erheben. Die Einleitung des Antiumgehungsverfahrens soll diese Art des Zollbetruges zukünftig bereits im Vorhinein unterbinden. Solarhersteller in Taiwan und Malaysia, die sich nicht an der chinesischen Zollumgehung beteiligen, können von den Zollmaßnahmen ausgenommen werden. Nitzschke: "Es geht ausdrücklich um chinesische Dumpingimporte, deren Zollumgehung über Taiwan und Malaysia gestoppt werden soll, nicht um Produkte, die tatsächlich in Taiwan und Malaysia hergestellt worden sind. Diese sollen weiterhin zollfrei eingeführt werden." Unternehmen, deren Produkte regulär in Taiwan und Malaysia produziert werden, sind daher aufgefordert, sich bei der Europäischen Kommission zu melden und eine Befreiung von den Zollmaßnahmen zu beantragen. Die EU Kommission hat hierfür eine Frist bis Anfang Juli gesetzt.

 

Staatssekretär Baake: Strommarkt 2.0 gewährleistet Versorgungssicherheit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) hat heute das Weißbuch "Ein Strommarkt für die Energiewende" veröffentlicht. Hierin spricht sich das BMWi klar für eine Weiterentwicklung des Strommarktes hin zu einem Strommarkt 2.0 und gegen die Einführung eines Kapazitätsmarktes aus. Im Strommarkt 2.0 refinanzieren sich die benötigten Kapazitäten über bestehende Marktmechanismen. Die Kapazitätsreserve sichert den Strommarkt 2.0 ab, wie der Hosenträger einen Gürtel; darf aber nicht am Markt teilnehmen. Der Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Rainer Baake: "Wir haben uns für den Strommarkt 2.0 entschieden, damit Deutschlands Stromversorgung verlässlich und kostengünstig bleibt. Denn die Bürgerinnen und Bürger, der Mittelstand und die Industrie, müssen sich darauf verlassen können, dass der Strom fließt, wenn sie ihn brauchen. Auch müssen sie sich darauf verlassen können, dass Strom bezahlbar ist und zu international wettbewerbsfähigen Strompreisen geliefert wird. Der Strommarkt 2.0 gewährleistet Versorgungssicherheit, ist kostengünstiger als ein Kapazitätsmarkt, schafft Anreize für Innovationen und ermöglicht die Integration hoher Anteile erneuerbarer Energien. Außerdem fügt er sich ein in den europäischen Binnenmarkt."

 

Das Weißbuch ist das Ergebnis eines breiten und transparenten Diskussionsprozesses in Deutschland und mit unseren europäischen Nachbarländern. Im Oktober 2014 hat das BMWi ein Grünbuch veröffentlicht und vier Monate zur öffentlichen Konsultation gestellt. Rund 700 Stellungnahmen von Behörden, Verbänden, Gewerkschaften, Unternehmen und Bürgern sind eingegangen und in das Weißbuch eingeflossen. Es enthält die Eckpunkte für 20 Maßnahmen, mit denen der Strommarkt 2.0 umgesetzt wird, beispielsweise:

Freie Preisbildung garantieren: Der Grundsatz der freien Preisbildung beim Stromhandel soll im EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) verankert werden. Denn Preise senden wichtige Informationen an die Marktakteure. Nur so kann angezeigt werden, wie knapp der Strom zu einem Zeitpunkt ist.

Versorgungssicherheit überwachen: Ein fortlaufendes Monitoring wird mit den neusten Methoden überwachen, ob die Versorgung tatsächlich sicher ist.

Kapazitätsreserve einführen: Diese sichert die Stromversorgung gegen nicht vorhersehbare Ereignisse ab.

Regelleistungsmärkte weiterentwickeln: Um das System jederzeit stabil zu halten und Prognosefehler auszugleichen, nutzen die Übertragungsnetzbetreiber Regelleistung. Mehr Anbieter sollen nun Zugang zu den Regelleistungsmärkten bekommen. Dies erhöht den Wettbewerb auf diesen Märkten und senkt damit die Kosten.

 

Das BMWi wird das Weißbuch mit den relevanten Akteuren unmittelbar nach der Sommerpause im Rahmen der Plattform Strommarkt diskutieren. Dem Weißbuch folgt die gesetzliche Umsetzung. Im Oktober soll der Entwurf des Strommarktgesetzes im Kabinett beschlossen werden. Das entsprechende Gesetzgebungsverfahren soll im Frühjahr 2016 abgeschlossen werden. Das Weißbuch (PDF: 2,26 MB) und die Stellungnahmen zum Grünbuch (PDF: 449 KB) sind auf der Webseite des BMWi abrufbar.

 

So wird Power to Gas wirtschaftlich: 5 Stellschrauben auf dem Weg zur Marktreife

Power to Gas kann entscheidend zum Erfolg der Energiewende beitragen: Es integriert erneuerbare Energien in die verschiedenen Energieverbrauchsbereiche und kann dabei im Gegensatz zu vielen anderen Technologien vorhandene Erdgas-Infrastrukturen nutzen. Um Power to Gas zur Marktreife zu verhelfen, muss der energiewirtschaftliche Rahmen allerdings noch angepasst werden. Welche fünf Stellschrauben die Politik dafür justieren muss, haben die Mitglieder der dena-Strategieplattform Power to Gas kürzlich auf ihrer Jahreskonferenz in Berlin dargelegt. "Die Power-to-Gas-Technologie ist ausgereift und steht zum Einsatz zur Verfügung", so Ulrich Benterbusch, Geschäftsführer der Deutschen Energie-Agentur (dena). "Unter den aktuellen energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen lohnt sich der Einsatz entsprechender Anlagen jedoch nicht. Und das verhindert weitere Investitionen in die vielseitige und zukunftsträchtige Technologie."

 

Die fünf Stellschrauben der dena-Strategieplattform Power to Gas:

 

1. Wasserstoff und Methan aus erneuerbaren Energien als Biokraftstoffe anerkennen

 

Die novellierten EU-Richtlinien über die Qualität von Otto- und Dieselkraftstoffen und zur Förderung der Nutzung von Energie aus erneuerbaren Quellen müssen schnell in deutsches Recht umgesetzt werden. Dies erfolgt über das Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG). Wichtig ist insbesondere die Erweiterung der Liste der Biokraftstoffe um erneuerbare Kraftstoffe, die nicht aus Biomasse, sondern mittels erneuerbaren Stroms hergestellt werden.

 

2. Anreize zur Flexibilisierung des Stromsystems schaffen

 

Das Vergütungssystem des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) setzt keine Anreize, um Strom zu speichern. So behindert die Härtefallregelung im EEG die Entwicklung und den Einsatz von Speicherlösungen. Denn erneuerbarer Strom wird auch dann vergütet, wenn er gar nicht verbraucht oder in das Netz eingespeist werden kann. Diese Regelung gilt es zu überarbeiten, um einen Anreiz für die Stromspeicherung zu schaffen.

 

3. Markteinführung von erneuerbarem Wasserstoff und Methan bis 2022 politisch flankiert sicherstellen

 

Um eine breite Markteinführung von Power to Gas bei wirtschaftlichem Anlagenbetrieb zu ermöglichen, sind politisch flankierte Maßnahmen notwendig. Dazu gehört die zügige Umsetzung der Mehrfachanrechnung erneuerbarer Gase im Kraftstoffmarkt im nationalen Recht. Nur so wird es gelingen, bis zum Jahr 2022 Power-to-Gas-Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 1.000 MW in Deutschland aufzubauen und die damit verbundenen industrie- und energiepolitischen Chancen zu nutzen.

 

4. Steuerermäßigung für Erdgas als Kraftstoff verlängern

 

Die nach derzeitigem Stand am Ende des Jahres 2018 auslaufende Energiesteuerermäßigung für Erdgas- und Autogaskraftstoffe muss verlängert werden. Darauf ist bei der Verabschiedung des Jahressteuergesetzes 2016 hinzuwirken.

 

5. Energiespeicher von Letztverbraucherabgaben befreien

 

Power-to-Gas-Anlagen sind keine Letztverbraucher und sollten zukünftig nicht mehr als solche eingestuft werden. Dadurch werden sie von nicht sachgerechten Abgaben und Umlagen für den Strombezug entlastet.

 

Die Strategieplattform Power to Gas unterstützt die Weiterentwicklung dieser Systemlösung. Sie wird von der dena gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Forschung und Verbänden umgesetzt. Beim Power-to-Gas-Verfahren werden mithilfe von erneuerbarem Strom Wasserstoff und Methan erzeugt. Das Gas kann im vorhandenen Erdgasnetz transportiert und gespeichert und anschließend vielseitig genutzt werden, sei es zur Erzeugung von Wärme oder als Kraftstoff. Auch eine Rückverstromung ist bei Bedarf möglich. Detaillierte Informationen zu Power to Gas, zur Strategieplattform und zu den fünf Stellschrauben stehen unter www.powertogas.info zur Verfügung.

 

dena begrüßt französisches Energiegesetz: Deutschland und Frankreich können nun zum Motor für eine europäische Energiewende werden

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) begrüßt das Gesetzespaket zur französischen "transition énergétique pour la croissance verte", das die Nationalversammlung in Paris am Mittwoch beschlossen hat. Demnach soll unter anderem der Ausstoß von Treibhausgasen deutlich sinken, weniger Energie verbraucht und mehr Strom aus erneuerbaren Quellen produziert werden. "Das Gesetz zur Energiewende ist ein Meilenstein für die französische Energiepolitik, aber auch für die deutsch-französische Zusammenarbeit in diesem Bereich: Weniger Kernenergie, mehr erneuerbare Energien, eine Steigerung der Sanierungsrate und eine Fokussierung auf die Elektromobilität - all dies sind Punkte, die auch in Deutschland im Fokus der Energiepolitik stehen", betonte Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Die jetzt auch gesetzlich verankerten Entscheidungen in Frankreich sind eine hervorragende Grundlage dafür, dass Deutschland und Frankreich die Energiewende nun verstärkt gemeinsam voranbringen können. Beide Länder können jetzt zu einem Motor für eine europäische Energiewende werden. Denn gemeinsame Leuchtturmprojekte und -kooperationen sind eine große Chance, für andere Länder in Europa sichtbar zu machen, dass die Energiewende ein europäisches Projekt ist." Die dena engagiert sich derzeit bereits gemeinsam mit ihrem Partner, der französischen Energie-Agentur (Agence de l'Environnement et de la Maîtrise de l'Energie - ADEME), für den Aufbau einer "Deutsch-Französischen Energieplattform". Das Gesetzespaket zur "transition énergétique pour la croissance verte" und die damit einhergehende Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich im Energiebereich ist eine wesentliche Voraussetzung dafür. "Die dena will diese Entscheidung zum Anlass nehmen, diesen Dialog nicht nur weiterzuführen, sondern auch deutlich zu intensivieren", so Kuhlmann weiter. Ziel der geplanten Energieplattform soll es sein, Kooperationsprojekte für eine nachhaltige Energieversorgung zu entwickeln - und zwar durch eine langfristig angelegte Zusammenarbeit beider Agenturen und unter Einbindung möglichst vieler strategischer Partner aus Verwaltung, Wirtschaft, Verbänden, Wissenschaft und NGOs beider Länder. Die Schwerpunkte liegen auf den Bereichen Energieeffizienz, Energiemärkte, erneuerbare Energien und Mobilität. Die Plattform soll somit ein Fundament für konkrete Projekte bilden, die gemeinsame Lösungen zu den aktuellen energiepolitischen Herausforderungen erarbeiten.

 

Europäische Kommission legt Sommerpaket zum Energiemarkt vor

Die Europäische Kommission hat heute das sogenannte Sommerpaket zum europäischen Energiemarkt veröffentlicht. Die EU-Kommission präsentierte darin ihre Vorstellungen zum zukünftigen Energieendkundenmarkt, zum Strommarktdesign, zum Energieeigenverbrauch, zur Energieverbrauchskennzeichnung von Produkten und zum Emissionshandel. Dazu Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU): "Der Europäische Energiemarkt als komplexes Gebilde muss ganzheitlich gedacht werden. Es ist daher nur folgerichtig, dass die Kommission ein gebündeltes Paket vorgelegt hat." Der VKU begrüßt insbesondere, dass die EU Kommission sich dem Thema Endkundenmarkt widmet. "Wir brauchen dringend die Zustimmung der Bevölkerung, wenn es um den Umbau des Energiesystems geht", fasst Reck die Situation zusammen. Doch allein über bessere Informationen zur Energierechnung und den Einbau von Smart Metern werde das nicht funktionieren: "Die Menschen müssen sich tatsächlich mitgenommen und eingebunden fühlen. Kommunale und regionale Energieversorger sind dafür die richtigen Akteure." Eine Umfrage von März 2015 unter den VKU-Mitgliedern zeigt, dass mehr als 80 Prozent der Stadtwerke, die Bürger bei Energieinfrastrukturvorhaben beteiligen, und zwar außerhalb der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren zur Öffentlichkeitsbeteiligung. Dennoch kritisiert Reck: "Der Schwachpunkt der Mitteilung zum Endkundenmarkt liegt darin, dass die Diskussion auf die Energieverbraucher verengt wird. Ein Smart Meter bedeutet jedoch noch lange kein Smart Grid", so Reck zur Komplexität der Situation. "Für die intelligente Steuerung des Energiesystems der Zukunft braucht es einen massiven Um- und Ausbau der Infrastruktur, was hohe Investitionen erfordert. Zudem muss klar geregelt werden, wer am Ende die Verantwortung für Versorgungssicherheit und Stabilität übernimmt. Externe Dritte sind dazu weder gewillt noch in der Lage." Vielversprechend sei daher Ansatz, die Verteilnetzbetreiber zu sogenannten "neutral market facilitators" weiterzuentwickeln. "Dass den Regulatoren allerdings eine noch größere Rolle zugedacht wird, sehen wir kritisch", so Reck.

 

Vier Jahre Energiewende - 72 Prozent der Deutschen halten am Atom-Ausstieg fest

Der Bundestag hat vor vier Jahren (30. Juni 2011) den Atomausstieg beschlossen. Aktuell sind 72 Prozent der Bundesbürger mit dem Ende der Kernenergie einverstanden. Das ist ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr (68 Prozent). Gleichzeitig wünscht sich die Mehrheit der Deutschen, die Energiewende zu beschleunigen (61 Prozent). Das sind Ergebnisse des Stiebel Eltron Energie-Trendmonitors 2015, für den 2.000 Bundesbürger bevölkerungsrepräsentativ befragt wurden. Bei den Maßnahmen zur Umsetzung der Energiewende stehen die "Erneuerbaren" hoch im Kurs - gut jeder zweite Bundesbürger setzt auf Investitionen in Solaranlagen, Wärmepumpen und in die Gebäudedämmung. Besonders Mieter sprechen sich für den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien aus. 56 Prozent wünschen sich im Zuge der privaten Energiewende den Einbau einer Wärmepumpe - bei den Eigentümern sind es 49 Prozent. "Die deutlich verschärften Richtwerte der Energieeinsparverordnung (EnEV) für den Neubau ab Januar 2016 lassen sich praktisch nur noch mit erneuerbaren Energien einhalten", sagt Rudolf Sonnemann, Geschäftsführer des Haus- und Systemtechnikherstellers Stiebel Eltron. "Mit effizienten Luft- und Erdreichwärmepumpen kann man die Energiesparverordnung sogar um bis zu zwanzig Prozent unterbieten. Bei Verwendung von Heizungsanlagen mit fossilen Energieträger wie Öl oder Gas wird es dagegen immer schwerer, die Anforderungen der Verordnung überhaupt zu erfüllen." Das Ende fossiler Energieträger halten auch die Bundesbürger für eines der wichtigsten Ziele der Energiewende. Inzwischen befürworten 80 Prozent, dem Klimawandel durch einen Verzicht auf fossile Energie mit CO2-Einsparungen entgegenzuwirken. Im Vorjahr waren es noch 76 Prozent. Allerdings wünschen sich die privaten Haushalte für ihre persönliche Rolle bei der Energiewende eine deutlich aktivere Hilfestellung durch die Politik: Nicht einmal jeder Fünfte hält das staatliche Fördersystem für vorbildlich transparent und ist mit der staatlichen Unterstützung zufrieden. Ein erster Schritt in die richtige Richtung ist getan: Seit April ist das neue Marktanreizprogramm zur Förderung der erneuerbaren Energien (MAP) in Kraft, es gelten also neue Förderbedingungen für den Einbau von Wärmepumpen. "Endlich wird deren Einsatz auch im Neubau wieder gefördert, und im Bestand sind die Fördersummen speziell für effiziente Erdreichwärmepumpen massiv angehoben worden: Wer sich jetzt für den Einbau eines solchen neuen Gerätes entscheidet, kann mehrere Tausend Euro Förderung erhalten", informiert Sonnemann.

 

Mehrheit der Deutschen will Kohleausstieg Greenpeace-Umfrage: 59 Prozent verlangen Einlösung von Merkels G7-Klimaversprechen

Einen schrittweisen Ausstieg aus der Kohleverstromung erwartet eine Bevölkerungsmehrheit von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) jetzt nach ihrem Klimaversprechen in Elmau. In einer repräsentativen Umfrage von TNS-Emnid im Auftrag von Greenpeace sprachen sich 59 Prozent dafür aus, dass Deutschland bis zum Jahr 2040 die Energiegewinnung aus Kohle aufgibt. "Die meisten Menschen in Deutschland wollen, dass der Klimaschutz vor ihrer Haustür beginnt", sagt Tobias Riedl, Energieexperte von Greenpeace. "Wenn die Kanzlerin sich beim G7-Gipfel als Klimaschützerin aufspielt, in der nationalen Energiepolitik aber weiter die Interessen der Kohlelobby schützt, macht sie sich zunehmend unglaubwürdig." Beim G7-Gipfel verkündete die Kanzlerin gemeinsam mit den anderen Staatschefs, die weltweite Energiewirtschaft (Strom und Wärme) bis Mitte des Jahrhunderts umbauen und aus fossilen Energieträgern wie Kohle, Gas und Öl aussteigen zu wollen. TNS-Emnid fragte vom 16.-18. Juni deutschlandweit 1034 Menschen: "Meinen Sie, dass Bundeskanzlerin Merkel jetzt einen schrittweisen Kohleausstieg einleiten sollte, mit dem Ziel, dass Deutschland bis spätestens zum Jahr 2040 auf Energiegewinnung aus Kohle ganz verzichtet? 59 Prozent der Befragten antworteten mit "Ja", 37 Prozent mit "Nein" und 3 Prozent mit "Weiß nicht". Auch die Anhänger der SPD sowie der CDU/CSU sprachen sich mehrheitlich für einen Kohleausstieg aus. Mit "Ja" antworteten 59 Prozent der befragten SPD-Wähler und 52 Prozent der Anhänger von CDU/CSU. Deutschland wird seine eigenen Klimaziele nur erreichen, wenn es zu erheblichen C02-Einsparungen im Stromsektor kommt. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) will eine Klimaabgabe für besonders alte und schädliche Kohlekraftwerke einführen, um die notwendige CO2-Reduktion von 40 Prozent bis zum Jahr 2020 noch zu erreichen.

 

EU-Projekt prognostiziert Verfehlung der Erneuerbare-Energien-Ziele

Ein von der Europäischen Kommission finanziertes Projekt prognostiziert für Deutschland eine Verfehlung der Erneuerbare-Energien-Ziele bis 2020. Unter Beibehaltung der aktuellen Förderpolitiken werden die sauberen Energiequellen in Deutschland höchstens einen Anteil von 17,3 Prozent am Endenergieverbrauch erreichen, so das Ergebnis der Szenarien-Berechnung aus Keep on Track!. Damit bestätigt das EU-Projektkonsortium die kürzlich vom BEE vorgestellte Kurzexpertise von Dr. Joachim Nitsch, die je nach Szenario zu einem Ergebnis von 17 bzw. 17,2 Prozent kommt. Sowohl die Nitsch-Kurzexpertise als auch das Keep-on-Track!-Szenario gehen davon aus, dass sich der Erneuerbare Stromsektor in Deutschland weiterhin positiv entwickeln, allerdings die Zuwächse nicht für einen Ausgleich des mangelnden Wachstums im Wärme- und Mobilitätssektor ausreichen. „Eine weitere Begrenzung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien würde deswegen zu einer noch größeren Verletzung unserer internationalen Verpflichtungen führen. Deutschland erreicht dann weder die 18 Prozent Erneuerbaren-Anteil noch die Reduktion der Klimagase um 40 Prozent im Vergleich zu 1990“, sagt Dr. Hermann Falk, BEE-Geschäftsführer.

 

Für Gesamteuropa prognostizieren die Projektpartner, neben Wissenschaftlern und nationalen Verbänden auch der BEE, lediglich einen Anteil von höchstens 18,4 Prozent bis 2020 – anstelle der avisierten 20 Prozent. Auch wenn 25 Mitgliedsstaaten derzeit ihre Zwischenziele noch erfüllen konnten, wie die Europäische Kommission kürzlich mitteilte: In den nächsten Jahren wird der Zielpfad deutlich steiler und nur mit zusätzlichen Anstrengungen möglich. Die Europäische Kommission und die Mitgliedsstaaten sind deshalb jetzt gefordert, über verbindliche nationale Verpflichtungen für 2030 und ein neues flexibles Marktdesign die Voraussetzungen zu schaffen für mehr Erneuerbare Energien. Das wäre zugleich die Grundlage für Investitionssicherheit, regionale und europäische Wertschöpfung und die Einhaltung der Erneuerbaren- und Klimaschutzziele. Falk appelliert an die Bundesregierung,  mit konkreten Maßnahmen den Erneuerbaren-Ausbau zu stützen. Dazu zählt, die Märkte für Photovoltaik, Bioenergie und Wasserkraft im Stromsektor wiederzubeleben sowie die Erneuerbare Wärme und klimafreundliche Mobilität zu stärken.

 

Energie und Klima: Vorschläge zum EU-Emissionshandel, Energielabels und Strommärkten der Zukunft

Auf dem Weg hin zu einer europäischen Energieunion und mit Blick auf die UN-Klimakonferenz in Paris hat die Europäische Kommission umfassende klima- und energiepolitische Vorschläge verabschiedet. Sie will die Position der Energiekunden stärken, den europäischen Strommarkt umgestalten, die Energieverbrauchskennzeichnung von Elektrogeräten aktualisieren und das Emissionshandelssystem der EU reformieren. Die Schaffung einer Energieunion, eine der politischen Prioritäten der Juncker-Kommission, hatte die Kommission im Februar 2015 auf den Weg gebracht. Die Vorschläge umfassen einen Legislativvorschlag zur Revision des Emissionshandelssystems der EU. Dies ist der erste Schritt zur Verwirklichung des Ziels der EU, die Treibhausgasemissionen in der EU bis 2030 um mindestens 40 Prozent zu senken. Die Gesamtmenge der Zertifikate soll sich ab 2021 um jährlich 2,2 Prozent verringern (bisher: 1,74 Prozent). Zudem soll das System der kostenlosen Zuteilung so geändert werden, dass verfügbare Zertifikate so wirksam und effizient wie möglich verteilt werden.  Bei der Energieverbrauchskennzeichnung schlägt die Kommission vor, zum bekannten und bewährten Etikett mit der Skala "A-G" (ohne A+ bis A+++) für energieeffiziente Produkte zurückzukehren. So können sich Verbraucher sich ein genaueres Bild von der  Energieeffizienz eines Produkts machen. Die Europäische Kommission will zudem die Position der Verbraucher am Strommarkt durch mehr Informationen und Beteiligung stärken. Zudem leitet die Kommission eine öffentliche Konsultation zu der Frage ein, wie europäische Strommarkt neu gestaltet werden kann, um Verbrauchererwartungen Rechnung zu tragen und Investitionen insbesondere in erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Stromerzeugung zu erleichtern. 

 

Der für die Energieunion zuständige Vizepräsident der EU-Kommission, Maroš Šefčovič , erklärte: "In der Strategie für die Energieunion haben wir uns verpflichtet, die Position der europäischen Verbraucher zu stärken, einen gut funktionierenden Energiebinnenmarkt zu schaffen, die Energieeffizienz als Priorität zu behandeln und in Bezug auf erneuerbare Energien die Nummer eins zu werden. Heute, fünf Monate nach Annahme dieser Strategie, ist dieses Sommerpaket Ausdruck unserer Entschlossenheit, die CO2-Emissionen unserer Wirtschaft zu senken und den Verbrauchern eine zentrale Rolle bei der Umgestaltung des europäischen Energiesystems zuzuweisen.“ Miguel Arias Cañete, EU-Kommissar für Klimaschutz und Energie, erklärte: "Taten zählen mehr als Worte. Heute haben wir einen entscheidenden Schritt getan, um das EU-Ziel einer Emissionssenkung um mindestens 40 Prozent  bis 2030 in Rechtsvorschriften zu verankern. Meine Botschaft an unsere Partner in der Welt im Vorfeld der Klimakonferenz in Paris lautet: Die EU kommt ihren internationalen Verpflichtungen nach. Und meine Botschaft an Investoren, Unternehmen und Industrie lautet: Investieren Sie in saubere Energien – dieser Sektor hat sich etabliert und wird weiter wachsen. Mit diesen Vorschlägen wird Europa erneut den Weg weisen und bei dem globalen Übergang zu einer kohlenstoffemissionsarmen Gesellschaft die Führung übernehmen.“

 

Ein zukunftsfähiges europäisches Emissionshandelssystem

Das Emissionshandelssystem der EU ist das wichtigste Instrument bei der Bekämpfung des Klimawandels und auf dem Weg hin zu einer kohlenstoffarmen Wirtschaft. Mit dem heutigen Vorschlag gibt die EU im Vorfeld des Klimagipfels in Paris ein deutliches Signal an die internationale Gemeinschaft. Die Kommission hat das Emissionshandelssystem überarbeitet, um sicherzustellen, dass es künftig immer noch die wirksamste und kostengünstigste Methode zur Verringerung der Emissionen ist. Dies ist der erste Legislativvorschlag zur Umsetzung der Zusage der EU, die europäischen Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 40 % zu senken. Der Vorschlag zielt zudem darauf ab, die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Industriebranchen aufrecht zu erhalten, bei denen die Gefahr besteht, dass sie ihre Produktion in Länder außerhalb der EU verlagern, in denen die Vorschriften in Bezug auf Treibhausgasemissionen weniger streng sind. Gleichzeitig sollen Investitionen in innovative und umweltfreundlichere Alternativen im Energiebereich gefördert werden.

 

Überarbeitung der Energieverbrauchskennzeichnung im Interesse größerer Klarheit

Vor zwanzig Jahren wurde die Energieverbrauchskennzeichnung eingeführt. Seitdem dient sie als Anreiz für die Entwicklung einer immer größeren Zahl energieeffizienter Produkte. Jedoch ist die Kennzeichnung inzwischen zu komplex geworden. Die Kommission schlägt eine Rückkehr zu der ursprünglichen Skala von A bis G vor, die einfacher und für die Verbraucher leicht verständlich ist. Die von der Kommission vorgeschlagene Überarbeitung der Energieverbrauchskennzeichnungsrichtlinie sorgt für Kohärenz und Kontinuität und stellt sicher, dass die Verbraucher in der Lage sind, fundierte Entscheidungen zu treffen, die ihnen dabei helfen, Energie und Geld zu sparen.

 

Stärkung der Position der Verbraucher

Die Kommission ist der Auffassung, dass die Bürgerinnen und Bürger im Mittelpunkt der Energieunion stehen müssen, und legt daher eine Mitteilung über neue Möglichkeiten für die Energieverbraucher vor, die sich auf eine Drei-Säulen-Strategie stützt: 1. Die Verbraucher sollen durch bessere Information die Möglichkeit erhalten, Geld und Energie zu sparen, 2. sie sollen mehr Optionen für ihre Beteiligung an den Energiemärkten erhalten, und 3. der Verbraucherschutz soll weiterhin auf dem höchsten Niveau gehalten werden. Die Verbraucher müssen durch klarere Rechnungen und Werbevorschriften, zuverlässige Preisvergleichsinstrumente und die Nutzung ihrer Verhandlungsmacht im Rahmen kollektiver Regelungen (kollektiver Versorgerwechsel, Energiegenossenschaften usw.) ebenso gut informiert bzw. in eine genauso starke Position gebracht werden wie die Käufer und Verkäufer auf den Großhandelsmärkten. Schließlich müssen die Verbraucher die Möglichkeit haben, ihre Energie unter fairen Bedingungen selbst zu erzeugen und zu verbrauchen und so Geld zu sparen, die Umwelt zu schützen und die Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

 

Umgestaltung des Energiemarktes

Die Strategie für die Energieunion soll zur Verwirklichung unserer Klima- und Energieziele für 2030 beitragen und dafür sorgen, dass die Europäische Union weltweit die Führungsrolle bei den erneuerbaren Energien übernimmt. Um diese Ziele zu erreichen, muss das europäische Stromsystem grundlegend umgestaltet werden, wozu auch die Neugestaltung des europäischen Strommarktes gehört. Die heutige Mitteilung leitet eine öffentliche Konsultation zu der Frage ein, wie der neu gestaltete Strommarkt aussehen sollte, damit den Verbrauchererwartungen Rechnung getragen wird, die neuen Technologien echte Vorteile bringen und Investitionen erleichtert werden, insbesondere in erneuerbare Energien und kohlenstoffarme Stromerzeugung. Sie erkennt ferner die wechselseitige Abhängigkeit der europäischen Mitgliedstaaten bei der Gewährleistung einer sicheren Energieversorgung an. So soll der größtmögliche Nutzen aus dem grenzübergreifenden Wettbewerb gezogen, eine dezentrale Stromerzeugung (auch für den Eigenverbrauch) ermöglicht und die Entstehung innovativer Energiedienstleistungsunternehmen unterstützt werden.

 

Kein Wechsel des Fördersystems bei Solarstrom

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 31.7.2015 erste Eckpunkte für ein Gesetz zur Ausschreibung Erneuerbarer Energien veröffentlicht. Dazu erklärt Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft e.V. (BSW-Solar): „Die Bundesregierung hat zu Recht erkannt, dass Auktionsverfahren weitgehend ungeeignet sind, um den Ausbau der Solarenergie zu fördern. Einen Systemwechsel hin zu Ausschreibungen bei der Förderung von Solarstromanlagen soll es nicht geben und das ist gut so." Nach den heute veröffentlichten Eckpunkten sollen sich mit dem für Ende 2016 erwarteten Inkrafttreten des neuen Gesetzes nur ebenerdig errichtete Solarparks und sehr große Solarstromanlagen auf Gebäuden mit einer Leistung von über einem Megawatt in Ausschreibungsverfahren um eine Förderberechtigung bewerben müssen. Der Großteil privater und gewerblicher Solarstrom-Interessenten soll hingegen weiterhin über das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. Die Förderhöhe ergibt sich hier nicht über Ausschreibungen, sondern sie richtet sich weiterhin nach der Höhe der Photovoltaik-Nachfrage. Je mehr Solarstromleistung neu installiert wird, desto schneller sinkt die Förderung für neu errichtete Solarstromanlagen. Dieses Verfahren hat sich nach Einschätzung des BSW-Solar im Grundsatz bewährt. Seit dem Start des EEG im Jahr 2000 sind die Preise für Solarstromanlagen um rund 90 Prozent gesunken. Nach Einschätzung der Bundesregierung zählt die Photovoltaik neben der Windenergie zu den zwei zentralen Säulen der Energiewende. Ihr verstärkter Ausbau ist nicht nur für den Klimaschutz unverzichtbar. Mit Hilfe von Solarenergie schützen sich inzwischen auch immer mehr Bürger und Unternehmer vor steigenden Energiekosten.

 

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