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Greenpeace-Studie: Erneuerbare können die Welt ab 2050 zu 100 Prozent mit Energie versorgen

Die globale Energieversorgung bis 2050 vollständig auf Erneuerbare umzustellen, ist technisch möglich, finanziell attraktiv und kann Millionen neuer Arbeitsplätze schaffen. Dies zeigt die neue Greenpeace-Studie Energy Revolution, die zusammen mit dem Institut für Technische Thermodynamik -Systemanalyse und Technikbewertung des Deutschen Luft- und Raumfahrt Zentrums (DLR) erarbeitet wurde. Die darin durchgerechnete Umstellung kann zudem den CO2-Ausstoß so weit senken, dass der Temperaturanstieg unter der kritischen Grenze von 2 Grad bleibt. "Die Erneuerbaren Energien sind inzwischen erwachsen und können mit klimaschädlichen Kohlekraftwerken und riskanten Atommeilern konkurrieren. Wir dürfen nicht zulassen, dass Kohle- und Atomlobbyisten Regierungen daran hindern, jetzt rasch den Weg in eine saubere, sichere und wirtschaftliche Energiezukunft zu gehen", so Sven Teske, Greenpeace-Energieexperte und Hauptautor der Studie. Die Studie belegt, dass der Ausbau klimafreundlicher Erneuerbarer Energien weitaus schneller als bislang voranschreiten kann. Zudem hätte sie auch enorm positive Auswirkungen. Laut Studie erfordert eine globale Energiewende bis 2050 jährliche Investitionen von durchschnittlich etwa einer Billion Dollar. Gleichzeitig würde die Umstellung auf Erneuerbare Energien jedoch Brennstoffkosten in Höhe von 1,07 Billionen Dollar pro Jahr einsparen. Der kostenneutrale Umbau des weltweiten Energiesystems kann zudem weltweit 20 Millionen zusätzlicher Arbeitsplätze schaffen. Während die Zahl der Beschäftigten der globalen Energiebranche ohne beschleunigte Energiewende bis zum Jahr 2030 leicht auf 28 Millionen sinkt, würde die Branche bei einer Umstellung auf 100 Prozent Erneuerbare im gleichen Jahr 48 Millionen Menschen Arbeit geben.

 

BMWi-Studie: 230.000 neue Jobs durch Erneuerbare Energien

In einem groß angelegten Forschungsprojekt hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie untersuchen lassen, welche Arbeitsplatzeffekte die Energiewende mit sich bringt. Die Ergebnisse der Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH (GWS), des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der Prognos AG und des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) liegen nun vor. Demnach wird die Energiewende langfristig sehr viel mehr Jobs schaffen, als in den fossilen Erzeugungsbereichen verloren gehen. Bis 2050 könnten netto 230.000 neue Arbeitsplätze entstehen – wenn die politischen Weichen dafür richtig gestellt werden. Die Studie, über die das Magazin neue energie bereits im April vorab berichtet hatte, beschreibt mögliche Entwicklungspfade zu den Beschäftigungszahlen im Bereich der Erneuerbaren Energien bis 2050. Die fünf Forschungsinstitute kommen gemeinsam zu dem Ergebnis, dass die Energiewende bereits heute deutlich positive und in der Zukunft weiter steigende Beschäftigungswirkungen für die deutsche Volkswirtschaft entfaltet. So kann bis zum Jahr 2030 die Mehrbeschäftigung unterm Strich auf rund 100.000 Personen ansteigen. Sei bis dahin durch den Ausbau erneuerbarer Energien noch mit Mehrkosten zu rechnen, würden die Erneuerbaren Energien später den Verbraucher entlasten, was positiv auf den privaten Konsum wirke. Auch dadurch würden die Netto-Beschäftigungszahlen weiter auf 190.000 (Jahr 2040) und später bis über 230.000 (Jahr 2050) steigen. Für den Fall, dass sich der Export sehr gut entwickelt, sehen die Zahlen sogar noch besser aus. Traditionelle Energieversorger verlieren allerdings: Deren Geschäftsmodell sei mit zunehmendem Ausbau erneuerbarer Energien weniger erfolgreich, so die Studie. Im Jahr 2020 würden dort 16.000 Stellen abgebaut, 2030 seien es 14.000.

 

Neue KPMG-Studie "Energy - Quo Vadis?"

Neue Energieformen, komplexe Regularien, zunehmender Investitionsbedarf – der Energiesektor steht weltweit vor enormen Herausforderungen. Die gute Nachricht: Diese Situation bietet historisch einmalige Chancen – denn mit strategischer Kreativität eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten, die Zukunft der gesamten Branche nachhaltig positiv zu gestalten.

Mit der Studie „Energy – Quo Vadis?“ zielt KPMG darauf ab, Entscheidungsträgern der Energiebranche eine fundierte Hilfestellung zur nachhaltigen Nutzung der sich bietenden Möglichkeiten zu geben.

Zur Studie: http://www.kpmg.com/DE/de/Documents/150319-energy-quo-vadis.pdf

Roland Berger-Studie: Photovoltaik wird die Energiebranche gründlich verändern

Die Photovoltaik (PV) ist weltweit ein stabiler Wachstumsmarkt. Allein im vergangenen Jahr stieg die globale Photovoltaik-Kapazität im Vergleich zum Vorjahr um knapp 40 GW; insgesamt beläuft sie sich auf 177 GW. Doch obwohl dieser Markt so schnell wächst, spielen die traditionellen Energieversorger im Bereich der Photovoltaik immer noch eine nur marginale Rolle: Auf sie entfällt in Europa nicht einmal 1 Prozent der installierten Kapazität, so die neue Roland Berger-Studie "Solar PV could be similar to the shale gas disruption for the utitilities industry"."Die meisten PV-Anlagen werden immer noch auf Dächern von Häusern und Firmengebäuden installiert", erläutert Torsten Henzelmann, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. "Projektentwickler, Investoren, Haushalte und Gewerbetreibende werden so zu einer ernsthaften Konkurrenz für die traditionellen Energieversorger. Diese sollten daher die Marktchancen der Photovoltaik schnell erkennen und für sich nutzen."

 

Photovoltaikanlagen erleben Hochkonjunktur

 

In Europa werden sich voraussichtlich immer mehr Privathaushalte und Firmen in den kommenden Jahren entscheiden, in eine eigene Photovoltaikanlage zu investieren. Einer der Hauptgründe: Die Preise für PV-Anlagen in Europa sinken weiter; die Investition wird deshalb immer attraktiver. So gingen die Systemkosten der PV-Anlagen bei Privathaushalten zwischen 2010 und 2013 um 15 Prozent zurück; im Gewerbebereich nahmen die Kosten im gleichen Zeitraum sogar um 23 Prozent ab. Im europäischen Vergleich zeigen Deutschland und Italien besonders günstige Anlagenpreise im Haushaltsbereich. Vorteilhaft ist auch die aktuelle Preisentwicklung des PV-Stroms. In Deutschland ist dieser im Privatbereich 17 Cent/kWh günstiger als der Einzelhandelsstrompreis. "Innovative Technologien wie Batteriespeicher und Hausautomationssysteme werden dazu führen, dass die Eigentümer einen höheren Anteil des günstig erzeugten Solarstroms selbst nutzen werden", erklärt Henzelmann. Hinzu kommen die guten Finanzierungsmöglichkeiten: Der leichte Zugang zu Finanzierungen und Dienstleistungsangeboten steigern das Interesse der Verbraucher am Kauf einer Photovoltaikanlage.

 

Traditionelle Energieversorger zeigen Nachholbedarf

 

Diese Faktoren werden in den kommenden Jahren für ein weiteres Wachstum der PV-Branche sorgen. So gehen die Roland Berger-Experten davon aus, dass bis 2030 fast 12 Prozent des gesamten Stromverbrauchs in Europa auf Photovoltaik entfallen werden. Doch trotz der starken Entwicklungsperspektiven des PV-Marktes ist der Anteil der europäischen Energieversorger derzeit sehr gering: Weniger als 1 Prozent der installierten PV-Kapazität ist auf die traditionellen Versorger zurückzuführen. "Diese Entwicklung des PV-Marktes wird sich in vielen Ländern erheblich auf die Energiekonzerne auswirken", prognostiziert Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. So wird die Photovoltaik-Kapazität in Ländern wie Deutschland, Griechenland und Italien schon 2025 die Grundlastnachfrage übersteigen. Sie könnte sogar 50 Prozent der Spitzenlastnachfrage übertreffen und dadurch mehr Exporte und Speicherkapazitäten erfordern, um der Marktlage gerecht zu werden. "Das wird die klassische Energielandschaft stark verändern", so Henzelmann. "Versorger müssen sich auf zunehmende Schwankungen des Energiesystems, den Verlust von Erzeugungsvolumen und niedrigere Preise einstellen. Außerdem werden neue Akteure auf diesem Markt agieren."

 

Neue Chancen für Energieversorger und Netzbetreiber

 

Das Wachstum der Photovoltaik-Branche stellt nicht nur eine Herausforderung für Energieversorger dar - es ist für sie auch eine Chance, auf ein neues, zukunftsträchtiges Geschäftsfeld zu setzen. Denn konventioneller Strom wird weniger gefragt sein - vor allem auf dem margenstarken Wohnungsmarkt. "Energiekonzerne sollten den Umfang ihrer Erzeugungsanlagen reduzieren und flexibler auf Schwankungen bei Angebot und Nachfrage reagieren", rät daher Torsten Henzelmann. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Versorgungssicherheit: Die starken Leistungsschwankungen der Photovoltaik zwingen Energieanbieter, neue Preismodelle für den Zugang zur Stromversorgung zu entwickeln. Ihre Hauptrolle wird sich daher zunehmend verlagern: von der traditionellen Energielieferung hin zur Abstimmung von Nachfrage und Angebot. So wird sich die Präsenz der Energieanbieter im Handel verstärken, denn hier können sie von ihren langjährigen Kundenbeziehungen profitieren. Und auch die europäischen Netzbetreiber sollten sich den neuen Marktentwicklungen anpassen. Denn die dezentrale Energieerzeugung verändert den Stromfluss; dies wird dazu führen, dass sich auch Umfang und Form der Stromnetze ändern werden. "Netzbetreiber sollten vor allem die Chancen der Smart Grids für sich ausschöpfen", empfiehlt Henzelmann. "Durch diese intelligenten Stromnetze werden Netzbetreiber den Strommarkt flexibler steuern und ihren Endkunden passende Leistungen anbieten können."

 

Greenpeace-Studie: Junge Generation unterstützt die Energiewende

Der Klimawandel ist für die Generation der 15-24-Jährigen das wichtigste Umweltthema. 92 Prozent der jungen Menschen unterstützen ausdrücklich die deutsche Energiewende. 70 Prozent möchten zukünftig Ökostrom beziehen. Das zeigt die Auskopplung der ersten Ergebnisse des zweiten "Nachhaltigkeitsbarometers", einer repräsentativen Studie der Leuphana Universität Lüneburg im Auftrag von Greenpeace (http://gpurl.de/Nachhaltigkeitsbarometer-2014). Dazu wurden 1511 Personen im Sommer 2014 zu ihrem Nachhaltigkeitsbewusstsein befragt.

 

Bain-Studie zur Zukunft der Elektrizität

Die Europäische Union verfolgt ambitionierte Klimaziele, geht dabei aber oft wenig koordiniert vor. Die Folge: Zwischen 2000 und 2010 sind in den EU-Mitgliedsstaaten beim Aufbau erneuerbarer Energien Mehrkosten von bis zu 140 Milliarden US-Dollar entstanden. Grund dafür ist eine unzureichende Abstimmung auf EU-Ebene, um die klimatischen Bedingungen optimal auszunutzen. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie "The Future of Electricity: Attracting investment to build tomorrow's electricity sector" der internationalen Managementberatung Bain & Company und des Weltwirtschaftsforums (WEF). Die Europäische Union gehört zu den Vorreitern bei der Erreichung der ambitionierten Klimaziele, die sich die OECD-Staaten gesetzt haben. Allein in den Aufbau von Windkraft- und Solaranlagen haben die EU-Mitgliedsstaaten zwischen 2000 und 2010 rund 550 Milliarden US-Dollar investiert. Doch bei der Umsetzung der notwendigen Maßnahmen herrscht oft Aktionismus. So treiben die EU-Länder den Aufbau von Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien auf nationaler Ebene voran, ohne ihre Bemühungen untereinander abzustimmen. Darüber hinaus erfolgt die Auswahl der Standorte für Windkraft- und Solaranlagen häufig nach dem Gießkannenprinzip, anstatt die klimatischen Rahmenbedingungen zu berücksichtigen und so einen möglichst effizienten Betrieb der Anlagen zu gewährleisten. So liegt zum Beispiel die Sonnenleistung in Spanien mit 1.750 Kilowattstunden pro Quadratmeter rund 65 Prozent über der in Deutschland, während die Kapazität der Solaranlagen in der Bundesrepublik die aus Spanien um 600 Prozent übertrifft.

 

Jeder vierte Dollar hätte eingespart werden können

 

Im Zeitraum von 2000 bis 2010 sind so durch die ineffiziente Nutzung der Ressourcen Mehrkosten in Höhe von 140 Milliarden US-Dollar entstanden. "Jeder vierte Dollar, der EU-weit in den Aufbau von Windkraft- und Solaranlagen geflossen ist, hätte eingespart werden können, wenn die Anlagen dort aufgestellt worden wären, wo sie ihre größtmögliche Leistung erzielen können - also Windkraft im Norden und Sonnenenergie im Süden", bilanziert Dr. Klaus Neuhaus, Partner bei Bain & Company und Leiter der Praxisgruppe Industriegüter- und Dienstleistungen im deutschsprachigen Raum. Auf europäischer Ebene ist daher eine stärkere Zusammenarbeit erforderlich. "Nur so kann jedes Land seinen größtmöglichen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emmissionen leisten", sagt Neuhaus. Dadurch wird die Stromversorgung der Zukunft nachhaltiger, wirtschaftlicher und verlässlicher - und damit auch interessanter für Investoren, die notwendig sind, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen. Zudem wächst durch die Gewissheit, dass die Anlagen zur Gewinnung erneuerbarer Energien optimal eingesetzt werden, die Bereitschaft in der Bevölkerung, sich an den Kosten zu beteiligen.

 

UN-Klimagipfel in Paris muss klares Signal setzen

 

Dieser Rückhalt ist gerade für Länder wie Deutschland eine der maßgeblichen Voraussetzungen, damit die Energiewende zum Erfolg wird. Die EU-Länder sind somit gefordert, sich gemeinsam für eine stärkere grenzüberschreitende Zusammenarbeit sowie die Schaffung einheitlicher Rahmenbedingungen beim Aufbau erneuerbarer Energien einzusetzen. "Beim Strommarkt der Zukunft steht Europa am Scheideweg", so Bain-Partner Neuhaus. "Die EU muss zu einer echten Energiegemeinschaft werden. Ansonsten drohen die Kosten bei der Erreichung der Klimaziele durch ineffiziente Anlagen und Versorgungsunsicherheiten auf Länderebene aus dem Ruder zu laufen." Spätestens auf dem UN-Klimagipfel Ende des Jahres in Paris muss die EU ein klares Zeichen geben.

 

Roland Berger: Index Elektromobilität – 1. Quartal 2015

Deutsche Automobilhersteller (OEMs) haben ihre Führungsposition bei Elektro- und Hybridfahrzeugen aufgrund eines schlechteren Preis-Leistungs-Verhältnisses der Fahrzeuge verloren und belegen nun den vierten Platz. Dies liegt vor allem an den Ende 2014 ausgelaufenen Förderprogrammen für Forschung und Entwicklung und an einem größeren Angebot an teuren Elektromodellen in der Mittelklasse.

Auf der Absatzseite schließt Deutschland mit 13 Prozent Wachstum zwar weiter zu den führenden Nationen Frankreich, Japan und USA auf, liegt aber trotzdem weiterhin nur im Mittelfeld. Das ergab die Auswertung des neuen "Index Elektromobilität" von Roland Berger Strategy Consultants und der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen (fka) für das erste Quartal 2015. Der Index vergleicht die relative Wettbewerbsposition der sieben führenden Automobilnationen (Deutschland, Frankreich, Italien, USA, Japan, China und Südkorea) im Bereich der Elektromobilität. Dabei werden die Indikatoren Technologie, Industrie und Markt analysiert.

"Deutsche Autokonzerne haben in den vergangenen Jahren sehr viel in die Entwicklung der Elektromobilität investiert und nun ein hohes technisches Niveau erreicht", sagt Roland Berger-Partner Wolfgang Bernhart. "Dadurch lässt sich die Serienproduktion von E-Modellen auch auf das Mittelklassesegment erweitern. Doch Automobilhersteller kämpfen immer noch mit hohen Batteriekosten und -gewicht."

 

Zum Index: http://www.rolandberger.de/media/pdf/Roland_Berger_Index_Elektromobilitaet_Q1_2015_20150325.pdf

 

Global Trends in Renewable Energy Investment 2015 Report

Die weltweiten Investitionen in Erneuerbare Energien sind um 17 Prozent auf 270 Milliarden US-Dollar gestiegen. Vor allem Solaranlagen in China und Japan sowie Rekordinvestitionen in Offshore-Windprojekte in Europa treiben die Investitionen an. Deutschland verzeichnet nur einen geringen Anstieg der Investitionen und kann aus den frühen Erfolgen bisher keine nachhaltige Führungsrolle entwickeln.

Investitionen in Erneuerbare Energien in Deutschland

Mit einem Investitionsvolumen von 11,4 Milliarden US-Dollar verbleibt Deutschland im Jahr 2014 im Länderranking auf Platz fünf. Die Investitionen in kleinere Solaranlagen sind in 2014 erneut um 34 Prozent auf drei Milliarden US-Dollar gefallen. Damit rutscht Deutschland – politisch gewollt – im Länderranking im Bereich der Investitionen in kleinere Solaranlagen auf den vierten Platz hinter Japan mit 28,1 Milliarden US-Dollar (27 Prozent Zuwachs), den Vereinigten Staaten mit 12,9 Milliarden US-Dollar (Zuwachs 66 Prozent) und China mit 7,6 Milliarden US-Dollar. Grund für den Rückgang ist die mittlerweile reduzierte Attraktivität von Aufdachanlagen, auch nach Einführung der Eigenverbrauchssteuer für Solaranlagen mit weniger als zehn Kilowatt. Aufgefangen wurde dieser Rückgang durch einen deutlichen Anstieg von Investitionen in Offshore-Windprojekte.

Trotz der Trendwende bleiben die Herausforderungen

„Der Wiederaufschwung von Gesamtinvestitionen in Erneuerbare Energien auf nahezu das Rekordinvestitionsniveau von 2011 ist ein erfreulicher Trend“, so Silvia Kreibiehl, Leiterin des Frankfurt School - UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance.

Dennoch hemmen Unsicherheiten über staatliche Rahmenbedingungen und den in vielen Ländern notwendigen Strukturwandel im Strommarkt Investitionen in volatile Erneuerbare Energien. Diese Herausforderung betrifft insbesondere auch Deutschland. „In Ländern wie Großbritannien und Deutschland zeigte sich zudem der Trend, sich von einfachen Einspeisetarifen und grünen Zertifikaten zu entfernen und Obergrenzen für förderbare Erneuerbare Energien einzuführen, um volatile Erneuerbare Energien in der jetzigen Strommarktstruktur kosteneffizient im Gesamtmarkt nutzen zu können“, erläutert Silvia Kreibiehl.

Die zunehmende Verbreitung von Wind- und Solarenergie im Erzeugungsmix führte in vielen Ländern zu strukturellen Herausforderungen mit Stromnetzen und Versorgungsunternehmen. „So entsteht insbesondere in Deutschland, wo Erneuerbare Energien einen großen Anteil der Energiegewinnung ausmachen, in besonders windigen Nächten ein Überangebot. Dieses Überangebot lässt den Großhandelspreis für Strom unter null sinken und stellt die Markteilnehmer vor erhebliche Herausforderungen“, so Ulf Moslener, Mitherausgeber des GTR und Forschungsleiter des Frankfurt School - UNEP Collaborating Centre for Climate & Sustainable Energy Finance.“Die dann recht niedrigen und schwankenden Börsenpreise für Strom führen zu einer schlechteren Rendite für Betreiber konventioneller Kraftwerke und machen Neuinvestitionen unattraktiv. Sie wären aber für windstille, bedeckte Tage wichtig.“

Aktuelle Daten zu Investitionen in Erneuerbare Energien liefert der „Global Trends in Renewable Energy Investment 2015“ Report (GTR). Er steht zum kostenfreien Download zur Verfügung: www.fs-unep-centre.org

McKinsey Studie: Trotz positiver Tendenzen bleiben viele Ziele der Energiewende kaum erreichbar

Energiewende-Index von McKinsey: Deutliche Verbesserungen bei Stromverbrauch und Offshore-Wind-Ausbau - Ausstoß von CO2-Äquivalent, Haushalts- und Industriestrompreise trotz Rückgang immer noch über Plan.

Der Energiewende-Index Deutschland 2020 (EWI), den die Unternehmensberatung McKinsey & Company seit 2012 halbjährlich vorlegt, verzeichnet aktuell erstmals eine positive Entwicklung. Von den 15 untersuchten Indikatoren haben sich in der zweiten Jahreshälfte 2014 elf besser entwickelt als in den sechs Monaten zuvor. "Trotz der positiven Tendenzen vor allem bei Stromverbrauch und Offshore-Wind-Ausbau liegen einige der angestrebten Ziele immer noch in weiter Ferne", sagt McKinsey-Direktor Thomas Vahlenkamp, der den Index entwickelt hat. "Das betrifft Indikatoren wie den Ausstoß von CO2-Äquivalent sowie die zu hohen Haushalts- und Industriestrompreise."

Vor sechs Monaten ließen neun der insgesamt 15 untersuchten Indikatoren kein Erreichen der Energiewendeziele 2020 erwarten. Im aktuellen Index ist dies noch für sieben Indikatoren der Fall:

- Ausstoß CO2-Äquivalent. Nach einem Anstieg im Jahr 2013 sanken die Emissionen 2014 wieder - nach ersten Schätzungen um 3,3% auf 920 Millionen Tonnen (Mt). Haupttreiber waren die milde Witterung zu Beginn des Jahres 2014, auf die sich ca. 2%-Punkte der Senkung zurückführen lassen, und der Rückgang der Stromerzeugung aus Kohle. Die Zielerreichung des Indikators verbessert sich damit zwar, ist aber nach wie vor im roten Bereich. Zielwert 2020 sind 739 Mt.

- EEG-Umlage. Die EEG-Umlage ist zu Jahresbeginn 2015 gegenüber dem Vorjahr von 6,24 auf 6,17 ct/kWh gesunken - zum ersten Mal seit ihrer Einführung. Der Abstand zum Ziel von 3,5 ct/kWh, das die Bundesregierung ausgegebenen hat, ist aber immer noch erheblich.

- Kosten Netzeingriffe. Die Kosten für Netzeingriffe sind auf 1,40 EUR/MWh fluktuierende Erneuerbare (Wind und Solar) gesunken. Der Indikator bleibt allerdings ebenfalls im roten Bereich, da 1,00 EUR/MWh als Ziel zu erreichen gewesen wäre.

- Verzögerte Anbindung Offshore-Windparks. Stand Ende Januar sind sieben Windparks wegen verspäteten Netzanschlusses verzögert. Zuletzt ging der Windpark Meerwind Süd/Ost Ende 2014 ans Netz.

- Haushaltsstrompreise. Die Haushaltsstrompreise sind in Deutschland Ende 2014 bei 29,87 ct/kWh konstant geblieben. Im europäischen Vergleich sind sie im selben Zeitraum um 0,5% leicht angestiegen, so dass die Abweichung vom EU-Durchschnitt zwar abgenommen hat auf 45,3%, die Zielerreichung bleibt aber nach wie vor gefährdet ist.

- Industriestrompreise. Als einziger Indikator erheblich verschlechtert hat sich der Indikator Industriestrompreis. Er stieg im ersten Halbjahr 2014 um 3,6% auf 11,58 ct/kWh, während die Preise im EU-Durchschnitt bei 9,46 ct/kWh konstant blieben. Somit vergrößert sich die Abweichung vom EU-Durchschnitt auf 22%.

- Primärenergieverbrauch. Auch beim Gesamtverbrauch von Kohle, Öl, Gas etc. bleibt die Entwicklung weit entfernt vom ursprünglich angestrebten Ziel der Bundesregierung. Grund dafür ist Thomas Vahlenkamp zufolge die unzureichende Realisierung von bestehenden Energieeffizienzpotenzialen. Legt man ein Wirtschaftswachstum von 1,6% p.a. bis 2020 zu Grunde, müsste sich die Energieproduktivität in Deutschland von derzeit durchschnittlich 1,4% auf 4,3% jährlich verbessern, um das 2020er Ziel der Bundesregierung zu erreichen. Der niedrige Ölpreis stehe weiteren Anstrengungen zur Energieeffizienz aktuell aber eher im Weg.

Indikator Stromverbrauch erreicht erstmals Etappenziel

Bei sieben der 15 untersuchten Indikatoren wird derzeit im Energiewende-Index ein Erreichen der Ziele als realistisch eingestuft. Bei einem Indikator gibt es "leichten Anpassungsbedarf":

- Stromverbrauch. 2014 ist der Stromverbrauch nach Schätzungen von Agora Energiewende um ca. 4% gesunken, während die deutsche Wirtschaftsleistung um 1,4% gestiegen ist (GDP). Zu dieser Entwicklung trug vor allem die milde Witterung bei - ein temperaturbereinigter Wert liegt noch nicht vor. In der Folge kommt der Indikator auf eine Zielerreichung von 125%. Mit einem geschätzten Stromverbrauch von ca. 576 TWh liegt Deutschland nun unter dem Zwischenziel für 2014 in Höhe von 584 TWh.

- Solar-PV-Ausbau. 2014 wurden nach Angaben der Bundesnetzagentur 1,8 GW zusätzliche Solar-PV-Leistung installiert. Der von der Politik vorgesehene Zubau von 2,5 GW p.a. konnte damit nicht erreicht werden, der Ausbau wurde durch die Reform des EEG deutlich verlangsamt. Auf Grund des massiven Zubaus von Solar-PV in den vergangenen Jahren ist die Zielerreichung des Indikators mit 127% aber nach wie vor sehr hoch. Insgesamt waren in Deutschland Ende 2014 ca. 37,5 GW Solar-PV-Leistung installiert.

- Ausfall Stromversorgung. Der Indikator hat sich leicht verbessert. Laut Bundesnetzagentur betrug der für 2013 veröffentlichte Messwert 15,3 Minuten nach 15,9 Minuten im Jahr 2012. Das Ziel von 17 Minuten wird damit weiterhin klar erreicht.

- Gesicherte Reservemarge. Aus den Daten des Berichts zur Leistungsbilanz der Transportnetzbetreiber vom September 2014 lässt sich eine Reservemarge von 12,9% berechnen. Das bedeutet eine deutliche Erhöhung gegenüber dem Vorjahreswert von 6,8%.

- Ausbau Transportnetze. Der Indikator bewegt sich mit 438 km weiterhin im "realistischen" Bereich. Allerdings wurden die Etappenziele durch das Energieleitungsausbaugesetz (ELAG) bereits mehrfach in Abhängigkeit von den Ausbaufortschritten nachträglich angepasst und nach unten korrigiert. Offizielles Ziel 2020 sind 1.887 km.

- Arbeitsplätze in stromintensiven Industrien und erneuerbaren Energien. In den stromintensiven Industrien waren im Juni 2014 mit rund 1.599.200 Personen 0,7% mehr als im Vorhalbjahr (Dezember 2013) beschäftigt. Die Zahl der Arbeitsplätze in erneuerbaren Energien blieb im Halbjahresvergleich konstant hoch (371.400).

- Offshore-Wind-Ausbau. Hier zeigen die McKinsey-Analysen "leichten Anpassungsbedarf". Insgesamt waren zum Jahresende 2014 Offshore-Windanlagen mit einer Kapazität von 1,05 GW am Netz. Zur positiven Entwicklung hat jedoch auch die Tatsache beigetragen, dass das 2020-Ziel für den Ausbau von Offshore-Wind vergangenes Jahr von 10 auf 6,5 GW gesenkt wurde.

Die aktuellen EWI-Ergebnisse sollten nach Ansicht von McKinsey-Berater Vahlenkamp Anstoß für die Politik sein, zum einen nach wie vor ambitionierte, aber deutlich realistischere Ziele vorzugeben und zum anderen regelmäßig die Soll-Ist-Abweichungen zu analysieren - ähnlich wie in einem unternehmerischen Planungsprozess.

Hintergrund und Methodik

Der Energiewende-Index von McKinsey bietet alle sechs Monate einen Überblick über den Status der Energiewende in Deutschland. Feedback und Rückmeldung dazu sind ausdrücklich erwünscht und werden bei der Aktualisierung des Index berücksichtigt, sofern es um öffentlich zugängliche Fakten geht. Auf der Website von McKinsey besteht die Möglichkeit, den Autoren zum Thema Energiewende Feedback zu geben. www.mckinsey.de/energiewendeindex

Oliver Wyman-Studie zur Energiewende in Deutschland

Die Energiewende stößt in Deutschland auf breite Zustimmung. Mehr als drei Viertel der von Oliver Wyman befragten Privathaushalte, Energieversorger und Industrieunternehmen bewerten die Neuausrichtung des Energiesektors und die Vorreiterrolle Deutschlands positiv. Bei der Umsetzung aber sind noch einige Hürden zu nehmen. So wollen Haushalte und Industrieunternehmen ohne entsprechende Förderung nur bedingt in eigene, aber notwendige Kapazitäten zur Energieerzeugung investieren. Die Energieversorger wiederum sprechen sich insbesondere für stabilere gesetzliche Rahmenbedingungen aus. Gerade sie stehen indes vor der Herausforderung, sich im wandelnden Energiesektor neu zu positionieren. Für sie gilt es, vor allem ein besseres Kundenverständnis aufzubauen und einfache, maßgeschneiderte Produkte zu entwickeln sowie mit neuen Tools und Geschäftsprozessen die erforderlichen Veränderungen im Unternehmen herbeizuführen. Dies geht aus der aktuellen Oliver Wyman-Studie "Gesundheitscheck Energiewende - Folgen und Herausforderungen der Energiewende für Haushalte, Industrie und Energiewirtschaft" hervor, die heute im Rahmen einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt wurde. Die Studie basiert auf Einschätzungen von mehr als 1.000 Privathaushalten und über 120 Unternehmen aus Energiewirtschaft und Industrie in Deutschland.

 

Mit einem voraussichtlichen Investitionsbedarf von rund 310 bis 360 Milliarden Euro bis 2030 ist die Energiewende eines der größten Projekte in Deutschland. Die Akzeptanz in der Bevölkerung, bei Industrieunternehmen und Energieversorgern ist hoch. Durchweg begrüßt wird zugleich die Vorreiterrolle von Deutschland. Laut der aktuellen Studie von Oliver Wyman, die in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München durchgeführt wurde, messen die befragten Privathaushalte der Neuausrichtung des Energiesektors große Bedeutung bei. Immerhin 58 Prozent würden ihre Wahlentscheidung vom Thema Energiewende abhängig machen. Aus Sicht der privaten Haushalte leistet die Energiewende zudem einen wichtigen Beitrag, um die Belastung der nächsten Generation zu reduzieren (94 Prozent), Arbeitsplätze zu sichern und zu schaffen (95 Prozent), die Wettbewerbsfähigkeit zu halten und auszubauen (94 Prozent), Unabhängigkeit von Energieimporten aus dem Ausland zu gewährleisten (94 Prozent), die Abhängigkeit von Stromkonzernen zu verringern (91 Prozent) und die Klimaschutzziele zu erreichen (93 Prozent).

 

Erfolg der Energiewende kein Selbstläufer

 

Der breiten Zustimmung zum Trotz ist das Gelingen der Energiewende kein Selbstläufer. So glauben 49 Prozent der privaten Haushalte nicht an eine erfolgreiche Realisierung der Energiewende. Für zahlreiche Privathaushalte ist zudem die Umsetzung problematisch: 80 Prozent empfinden die steigenden Strompreise als starke Belastung. Obwohl eine klare Mehrheit grundsätzlich zu Investitionen in erneuerbare Energien bereit ist - neben Photovoltaik und Erdwärme steht dabei Windkraft hoch im Kurs -, wollen sich 66 Prozent nur bei einer entsprechenden Förderung engagieren. Und selbst dann ist ihre Investitionsbereitschaft eher schwach ausgeprägt. 40 Prozent wollen lediglich maximal 1.000 Euro in grüne Technologien investieren. Zugleich ist der Anspruch an die Amortisationszeit hoch. 32 Prozent erwarten, dass sich ihre Investitionen innerhalb von drei Jahren rechnen. Eine Amortisation innerhalb von fünf Jahren versprechen sich zusätzliche 30 Prozent.

 

Mehr Eigeninitiative bei Industrieunternehmen nötig

 

Skepsis zeigt sich auch bei Industrieunternehmen. Rund 70 Prozent rechnen im Rahmen der Energiewende mit höheren Energiebeschaffungskosten. Dennoch wollen 67 Prozent der Industrieunternehmen keine eigenen Kapazitäten zur Energieerzeugung aufbauen. Allerdings geben alle Befragten an, dass eine entsprechende Förderung ihre Investitionsbereitschaft erhöhen könnte.

Investitionswillige Industrieunternehmen wiederum setzen vorrangig auf erneuerbare Energien, um das Firmenimage zu verbessern (77 Prozent) und Kosten zu senken (62 Prozent). Fast 90 Prozent sehen Blockheizkraftwerke, 65 Prozent Photovoltaikanlagen und 59 Prozent Erdwärme als attraktive Investitionsobjekte an."Unsere Studie zeichnet ein klares Bild", erklärt Thomas Fritz, Principal und Energieexperte bei Oliver Wyman. "Die Energiewende findet in Deutschland zwar großen Anklang, wird jedoch weiterhin wesentlich vom Förderregime abhängen."

 

Politische Rahmenbedingungen reichen nicht aus

 

Größter Kritikpunkt der Energieversorger sind die politischen Rahmenbedingungen, die aus ihrer Sicht für die Neuausrichtung des Energiesektors nicht ausreichen. Die 2014 vorgenommenen Änderungen am Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) halten 83 Prozent für wirkungslos oder negativ. Darüber hinaus sehen sie deutliche Defizite bei weiteren zentralen Faktoren. So rechnen lediglich 30 Prozent der befragten Energieversorger damit, dass der erforderliche Netz- und Speicherausbau in absehbarer Zeit realisiert ist.

Dennoch beurteilen die Energieunternehmen ihre eigenen Zukunftsperspektiven sehr optimistisch. 83 Prozent der Befragten halten sich für die anstehenden Herausforderungen gut vorbereitet. 65 Prozent sehen große Chancen im Vertrieb. Ihre Zukunft in der Strom- und Wärmeerzeugung hingegen bewerten 30 Prozent negativ, 23 Prozent sogar sehr negativ.

Bei ihren Investitionsplänen in die neuen Aktivitäten oder den weiteren Ausbau des Unternehmens im Bereich grüner Technologien setzen Energieversorger hauptsächlich auf Onshore-Windkraft: Entsprechende Anlagen halten 79 Prozent für attraktiv. Photovoltaik steht bei 44 Prozent im Fokus. Darüber hinaus haben Energieversorger klare Vorstellungen, welche Rolle sie im Rahmen ihres Engagements bei Onshore-Windkraft und Photovoltaik spielen wollen. Sie streben ein Engagement als wirtschaftlicher und technischer Betreiber an. Mehr als 60 Prozent sehen sich dafür gut gerüstet.

 

Energieversorger müssen handeln

 

Von heute auf morgen wird es den Energieversorgern nicht gelingen, sich im wandelnden Energiesektor neu zu positionieren und Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Ihre Produkte sind häufig noch zu technikorientiert und bilden die Bedürfnisse der Kunden nicht ausreichend ab. Für Energieversorger hat es daher höchste Priorität, ein besseres Kundenverständnis zu entwickeln und vor allem einfache und maßgeschneiderte Produkte zu schaffen, die regionale Besonderheiten berücksichtigen. Darüber hinaus sind Veränderungsprozesse in Form von innovativen Vertriebstools und Geschäftsmodellen im eigenen Unternehmen voranzutreiben.

"Soll das Großprojekt Energiewende auch für Energieversorger ein Erfolg werden, müssen sie mit neuen Produkten und Geschäftsmodellen punkten", betont Jörg Stäglich, Partner im Energiebereich bei Oliver Wyman. "Die Voraussetzungen für die Etablierung neuer Lösungen sind gut. Dies zeigt die breite Akzeptanz für die Energiewende in Bevölkerung und Industrie."

 

Über die Oliver Wyman-Studie

Die Oliver Wyman-Studie "Gesundheitscheck Energiewende - Folgen und Herausforderungen der Energiewende für Haushalte, Industrie und Energiewirtschaft", die in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität München entstanden ist, basiert auf Einschätzungen von mehr als 1.000 Privathaushalten und über 120 Unternehmen aus Energiewirtschaft und Industrie in Deutschland. Beleuchtet wurde unter anderem, wie Privathaushalte, Industrieunternehmen und Energieversorger zur Energiewende stehen und inwiefern die aktuellen gesetzlichen Rahmenbedingungen eine erfolgreiche Realisierung des Wandels unterstützen. Die Studie wurde im Zeitraum von September bis November 2014 durchgeführt.

 

Greenpeace Energy veröffentlicht Studie "Was Strom wirklich kostet"

Konventionelle Energieträger wie Kohle und Atom verursachen 2015 eine finanzielle Mehrbelastung von voraussichtlich 11 Cent pro Kilowattstunde, wenn die versteckten Kosten auf den Strompreis umgelegt würden. Dies ist ein Ergebnis der Studie "Was Strom wirklich kostet", die das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) im Auftrag von Greenpeace Energy erstellt hat. Damit würde die "Konventionelle-Energien-Umlage" den Verbraucher doppelt so viel kosten wie die Umlage für Erneuerbare Energien, ohne dass er dies auf der Stromrechnung erkennen kann.

 

Während pro Jahr knapp 20 Milliarden Euro per Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) in den Ausbau erneuerbarer Energien wie Wind, Wasser und Sonne fließen, belaufen sich laut Studie die versteckten Zusatzkosten für konventionelle Energieträger 2014 und 2015 auf jeweils rund 40 Milliarden Euro. Darin enthalten sind sowohl staatliche Subventionen und finanzielle Vergünstigungen für konventionelle Energien als auch externe Kosten, mit denen die Gesellschaft für Umweltschäden oder die Endlagerung von Atommüll aufkommt. Die "Konventionelle-Energien-Umlage" wird nach den Berechnungen des FÖS 2015 gegenüber dem Vorjahr sogar leicht steigen, während die EEG-Umlage sinkt.

"Erneuerbare Energien sind nicht nur sauberer, sondern unterm Strich auch deutlich kostengünstiger als Kohle und Atom", sagt Marcel Keiffenheim, Leiter Politik und Kommunikation bei Greenpeace Energy. "Das Problem ist aber, dass die hohen Kosten von Kohle und Atom vor dem Stromkunden versteckt werden und indirekt über Steuern und Abgaben bezahlt werden", so Keiffenheim.

 

Das Fazit der Wissenschaftler: Anders als häufig angenommen sind nicht die erneuerbaren Energien die "Preistreiber" der Stromversorgung, sondern sie ersetzen Energieträger mit viel höheren Folgekosten für Steuerzahler und Gesellschaft. "Müssten die Energieversorger diese Zusatzkosten der Stromerzeugung in ihrer Kostenkalkulation berücksichtigen, wären erneuerbare Energien größtenteils heute schon wettbewerbsfähig", sagt Swantje Küchler, Leiterin Energiepolitik beim Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft.

 

Der volkswirtschaftliche Kostenvorteil der erneuerbaren Energien wird nach den Berechnungen des FÖS noch deutlicher, wenn man die so genannten "Vollkosten" neuer Anlagen miteinander vergleicht, die auch die Investitionskosten beinhalten. "Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen ist durch Lernkurven- und Skaleneffekte in den vergangenen Jahren immer kostengünstiger geworden, während sich neue konventionelle Kraftwerke kaum noch am Markt refinanzieren können", sagt Studienleiterin Swantje Küchler.

Danach kostet zum Beispiel eine Kilowattstunde Windstrom aus neuen Anlagen 5,1 bis 8,7 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Atomenergie liegen die Vollkosten mit 18,5 bis 49,8 Cent pro Kilowattstunde um ein Vielfaches höher. Auch Braunkohle (12,6 bis 14,1 Cent pro Kilowattstunde) und Steinkohle (14,7 bis 16,7 Cent pro Kilowattstunde) schneiden hier deutlich teurer ab.

 

Eine Kurz- und eine Langfassung der Studie stehen unter http://www.greenpeace-energy.de/presse.html zum Download bereit.

 

Aktuelle Shell Flüssiggas-Studie: Autogas kann pro Jahr bis zu 250.000 Tonnen CO2 im Verkehrssektor einsparen

Durch den Einsatz von Autogas könnten etwa 250.000 Tonnen CO2 jährlich im Verkehrssektor reduziert werden - wenn der bisherige Bestand von 500.000 Fahrzeugen bis 2030 auf eine Millionen Fahrzeuge ansteigt, so das Szenario der aktuellen Shell Flüssiggas-Studie. Die gesamten Treibhausgasemissionen (Well-to-Wheel) von einer Million Pkw könnten um ca. 7,5 Prozent reduziert werden, wenn Otto- und Dieselfahrzeuge im Verhältnis 2:1 durch Autogas-Pkw ersetzt würden."Wichtig wäre jetzt, den Steuervorteil für Autogas und Erdgas schnell zu verlängern und das Potenzial von Autogas zur Minderung der Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor zu nutzen", erklärt Rainer Scharr, Vorsitzender des Deutschen Verbandes Flüssiggas. "Jede Verzögerung verunsichert die Verbraucher", so Scharr weiter. Autogas ist wie Erdgas als Kraftstoff bis 2018 steuerlich begünstigt. Im Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD ist vereinbart, dass der Steuervorteil für Autogas und Erdgas auch nach 2018 bestehen bleiben soll. Die Umsetzung ist bisher noch nicht erfolgt. Mit knapp 500.000 zugelassenen Autogas-Fahrzeugen (Stand Januar 2015) besetzt der Alternativkraftstoff aktuell etwa 70 Prozent des Marktes alternativer Antriebe in Deutschland. Hybrid- (15 Prozent) sowie Erdgas-Fahrzeuge (12 Prozent) folgen vor Elektromobilität (3 Prozent). Alternative Kraftstoffe stellen insgesamt 1,6 Prozent des Pkw-Bestands in Deutschland. Die Infrastruktur für Autogas ist im Gegensatz zu anderen alternativen Antrieben flächendeckend ausgebaut: Mit bundesweit über 6.900 Tankstellen kann an fast jeder zweiten Tankstelle Autogas getankt werden. In der ökologischen Betrachtung geht die Shell-Studie davon aus, dass durch Autogas ca. 12,5 Prozent weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden als durch ein vergleichbares Benziner-Modell. Die Europäische Kommission geht in der Gesamtbetrachtung (Well-to-Wheel) sogar von einer Reduktion von 21 Prozent CO2 durch Autogas gegenüber Benzin aus.

 

Starker Rückhalt für dezentrale Energieversorgung - Repräsentative forsa-Umfrage zur Energiewende

In Deutschland gibt es einen starken Rückhalt für den Trend zur dezentralen Energieversorgung. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag von Zukunft Erdgas. Eine klare Mehrheit von 81 Prozent der Befragten hält es für sinnvoll, Strom und Wärme dort zu produzieren, wo sie auch verbraucht werden."Die Bedeutung der dezentralen Energieversorgung wird im Zuge der Energiewende noch zunehmen", sagt Dr. Timm Kehler, Vorstand der Initiative Zukunft Erdgas. "Mit Heiztechnologien auf Erdgas-Basis ist man für diese Entwicklung gerüstet. Die Strom erzeugende Erdgas-Heizung beispielsweise produziert Strom und Wärme nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung zum Eigenverbrauch." Zu den Erdgas-Technologien, die sich im Sinne einer dezentralen Energieversorgung einsetzen lassen, gehört auch die Brennstoffzelle. Brennstoffzellen wandeln Erdgas in Wärme und Strom um und sorgen so für die komplette Wärmeversorgung im Haus. Wandlungs- und Übertragungsverluste sind minimal. Nach der Brennstoffzelle gefragt, gaben mehr als die Hälfte der Wohneigentümer (57 Prozent) an, grundsätzlich offen für diese innovative Technologie zu sein. "Eine Brennstoffzellenheizung hat die niedrigsten Energiekosten aller angebotenen Systeme. Sie arbeitet mit höchster Effizienz und schont mit dem klimaschonenden Energieträger Erdgas auch die Umwelt", erläutert Kehler das große Interesse an der Technologie. Die Brennstoffzellentechnologie ist ausgereift und wird derzeit von namhaften Heizungsherstellern in den Markt eingeführt. Als Baustein der dezentralen Energieversorgung erfährt sie staatliche Unterstützung.

 

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