Newsletter gewünscht?

RedaktionMedien Verlag

Astrid Klee
Schwaighofstr. 17a
83684 Tegernsee

Kontakt

Rufen Sie einfach an unter

 

+49 174 3983901

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

 

Erster deutschlandweiter Umwelt-Bußgeldkatalog

In Deutschland hat jedes Bundesland und z.T. jede Stadt bzw. Gemeinde seinen eigenen Bußgeldkatalog für Umweltverstöße. Viele wissen jedoch nicht genau, welche Handlungen in der Natur tatsächlich zu Strafen führen. Der Verband für bürgernahe Verkehrspolitik e.V. (VFBV) (https://www.bussgeldkatalog.org/) hat deshalb die Bußgeldkataloge der Bundesländer untersucht und für jedes Umweltvergehen eigene Umwelt-Bußgeldkataloge sowie informative Ratgeber erstellt. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten so einen transparenten Überblick über drohende Strafen bei Verstößen gegen Umweltvorschriften. Themen sind u.a. Altöl, Chemikalien, Sperrmüll, Wasserverschmutzung, Lärmbelästigung, Naturschutz etc.

Grillen im eigenen Garten

Vielen Menschen ist häufig nicht bewusst, dass sie mit ihrem Handeln gegen Umweltschutzregeln verstoßen. Es gibt beispielsweise nicht nur allgemeine Gesetze zum Grillen bzw. Feuer machen, sondern auch Vorschriften, die das Grillen im eigenen Garten regeln. So hat das Amtsgericht Berlin-Schöneberg entschieden, dass Gartenbesitzer im eigenen Garten nicht öfter als 20 bis 25 Mal grillen dürfen. Überdies dürfe das Grillen nicht länger als zwei Stunden dauern und nicht nach 21 Uhr stattfinden. Ob Verstöße gegen Grillverordnungen aber tatsächlich geahndet werden, hängt wohl vor allem von der Toleranz der Nachbarn ab.

Tierschutz in Deutschland

Tiere auszusetzen, zu quälen oder zu töten, steht unter Strafe. Im Januar 2015 wurde z.B. in Düsseldorf ein Mann zu einer Geldstrafe von 2400 Euro verurteilt, weil er einen Chihuahua totgetreten hatte. Das Tierschutzgesetz sieht bezüglich des Umgangs mit Tieren aber noch weitere Verbote vor. Hundehalter dürfen ihren Hund z.B. nicht zu solch aggressivem Verhalten ausbilden, welches das Leiden anderer Tiere nach sich ziehen würde. Außerdem ist es nicht gestattet, Tiere zu Filmaufnahmen zu zwingen, wenn die Tiere dadurch Schmerzen erleiden oder sie zu verlosen. Anderenfalls drohen harte Strafen.

Wer wildlebende Tiere beunruhigt, sie einfängt oder ihre Lebensstätten beeinträchtigt, muss ebenfalls mit Bußgeldern rechnen. Je nach Bundesland belaufen sich die Strafzahlungen auf 25 bis 20.000 Euro. Im schlimmsten Fall drohen sogar Freiheitsstrafen.

Alle Umwelt-Bußgeldkataloge können Interessierte auf https://umwelt.bussgeldkatalog.org/ einsehen.

 

Umwelt- und Klima-Enzyklika von Papst Franziskus "Weckruf zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas"?

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sieht den bekannt gewordenen Entwurf der Enzyklika "Laudato si" ("Gelobt seist Du") von Papst Franziskus als "Weckruf zum Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas". "Die Enzyklika kommt genau zum richtigen Zeitpunkt. In Deutschland treibt die Regierung die Gasförderung mittels Fracking voran und verweigert sich einem Ausstieg aus der Kohleverstromung. Mit dieser Enzyklika wird der Papst all jene bestärken, die den Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien voranbringen", sagte der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger in Berlin. Die Enzyklika sei auch ein deutliche Aufforderung an die Ende 2015 in Paris stattfindende Weltklimakonferenz, das Ende des fossilen Energiezeitalters einzuläuten. Besonders bemerkenswert für den BUND-Vorsitzenden ist, dass der Papst sich dafür ausspricht, dass der Klimaschutz in den ärmsten Ländern von den wohlhabenderen Ländern unterstützt werden muss. "Die Enzyklika dient nicht nur der Bewahrung der Schöpfung, sie nützt auch den ärmeren Ländern, die bereits jetzt am meisten unter dem Klimawandel leiden", sagte Weiger. "Die Enzyklika wird die Bemühungen zum Energiesparen und für die Energiewende befördern. Sie wird dazu beitragen, dass Unternehmen des Finanzsektors ihr Kapital aus klimaschädlichen Industrien abziehen und immer mehr Menschen ihr Geld in Solar- oder Windkraftanlagen investieren", so der BUND-Vorsitzende.

 

Greenpeace-Umfrage: Gesundheitsrisiken durch Kohlekraftwerke werden deutlich unterschätzt

Vier von fünf Deutschen wissen nicht, dass Braunkohlekraftwerke große Mengen giftigen Quecksilbers ausstoßen. Dies zeigt eine repräsentative Umfrage im Auftrag der unabhängigen Umweltschutzorganisation Greenpeace. Quecksilber wird über die Nahrungskette und speziell über den Verzehr von belastetem Fisch aufgenommen. Auch die Gesundheitsgefahr für Kinder durch quecksilberbelastete Fische ist der Mehrheit der Deutschen unbekannt. "Die Menschen in Deutschland und Europa müssen endlich vor dem Gift aus Kohlekraftwerken geschützt werden. Die Grenzwerte müssen sich an den saubersten Kraftwerken orientieren, statt wie bislang an den schmutzigsten", sagt Greenpeace-Energieexperte Andree Böhling. Greenpeace fordert die Bundesregierung auf, sich für schärfere Grenzwerte insbesondere bei alten Braunkohlekraftwerken einzusetzen.

Quecksilberverbindungen sind für den Menschen hoch toxisch. Vor allem im Gehirn und im Nervensystem von Föten und Kindern verursachen schon geringe Konzentrationen des Giftstoffs irreparable Schäden. Quecksilberverbindungen schädigen die geistige Entwicklung von Kleinkindern. Wissenschaftler warnen vor einem schleichenden Intelligenzverlust.

Verfügbare Technik könnte deutschen Quecksilberausstoß halbieren

Die USA haben auf die Gesundheitsgefahr durch Quecksilber reagiert und die Grenzwerte für Kohlekraftwerke inzwischen deutlich verschärft. Auch die EU arbeitet derzeit an neuen Vorgaben. Doch die jüngsten, am 1. April veröffentlichten EU-Vorschläge bleiben weit hinter den US-Grenzwerten zurück. Mit 10 Mikrogramm dürften bestehende Braunkohlekraftwerke in der EU auch nach 2020 im Jahresmittel mehr als doppelt so viel Quecksilber pro Kubikmeter Abluft ausstoßen wie in den USA ab April 2015. Der Ausstoß giftiger Schadstoffe in der EU würde so kaum gesenkt. Dabei ließe sich nach Aussagen des Umweltbundesamtes der Quecksilberausstoß in Deutschland in wenigen Jahren halbieren, wenn die beste verfügbare Technik in Kohlekraftwerken zum Einsatz käme. "Braunkohle ist giftig und gefährdet die Gesundheit der Menschen. Die Bundesregierung darf nicht weiter beide Augen zudrücken, sondern muss sich für schärfere Grenzwerte für Kohlekraftwerke einsetzen und die Bundesbürger über die Gefahren durch Quecksilber aufklären", so Böhling.

 

Echte Energiewende ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich

Vier Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima am 11. März 2011 ist klar: Die Atomkraft ist weder günstig noch nachhaltig. „Fukushima zeigt uns, dass Atomkraft letztlich immer nur auf Kosten der Umwelt, der Allgemeinheit und der kommenden Generationen betrieben werden kann. Eine Energiewende, die das Klima schützt und Kosten reduziert, ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich.“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Bis heute sind die havarierten Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi in Japan nicht vollständig unter Kontrolle. Noch immer tritt radioaktiv verseuchtes Wasser aus. In und um die Sperrzone herum ist es fast 80.000 Bewohnern nicht gestattet, wieder in ihrer Heimat zu wohnen. Die langfristigen Folgen für Umwelt, Gesundheit sowie die regionale Land- und Fischereiwirtschaft sind noch längst nicht absehbar.

Unfall auf Kosten der Allgemeinheit

Derweil explodiert die Schadenssumme des Unfalls: Nach Schätzung von Professor Kenichi Oshima von der Ritsumeikan Universität in Kyoto belaufen sich die allein bis heute entstandenen Kosten auf umgerechnet rund 84 Milliarden Euro. „Der AKW-Betreiber Tepco hat davon lediglich 16,6 Milliarden gezahlt. Für den Rest kommt die Bevölkerung auf, weiß aber darüber kaum Bescheid“, erklärt der Umweltökonom, der die japanische Regierung nach der Katastrophe zu den Kosten der Atomkraft beraten hatte. Seinen Recherchen nach werden etwa die Entschädigungszahlungen an die Opfer der Katastrophe auf die Stromverbraucher umgelegt, genauso wie die Kosten für die Aufräum- und Eindämmungsarbeiten an den Reaktoren. Die Zwischenlagerung von Dekontaminationsabfällen aus der betroffenen Region wird aus dem Staatshaushalt, also mit Steuermitteln finanziert.

Massive Atomsubventionen in Europa

In Deutschland steht nach dem erneuten Atomausstiegsbeschluss von 2011 erstmals die Abschaltung weiterer Meiler bevor. So wird im Mai dieses Jahres das Kraftwerk Grafenrheinfeld endgültig vom Netz gehen. Auf einem europäischen Strommarkt gilt es jedoch, auch die EU-Partnerländer vom Atomausstieg zu überzeugen. Denn massive neue Subventionen für die Atomkraft stehen einer europäischen Energiewende entgegen. So subventioniert etwa die britische Regierung den neuen Kraftwerksblock Hinkley Point C mit 35-jährigen Abnahmegarantien weit über dem Marktpreis inklusive Inflationsausgleich sowie Kreditgarantien und Entschädigungen bei Ertragsausfall. „Dass die Atomkraft nach mehr als 60 Jahren hochsubventionierter Entwicklungsgeschichte immer noch so teuer ist, zeigt, dass sie geradezu ein Fass ohne Boden ist“, sagt Philipp Vohrer. Trotz Atomausstieg werden auch in Deutschland die gesellschaftlichen Altlasten der Kernkraft noch lange bestehen bleiben. Ungeklärt sind nach wie vor die Kosten und Risiken für die Endlagerung nuklearer Abfälle. Auch der Rückbau der stillgelegten Reaktoren wird sich über Jahrzehnte hinziehen. „Ob die Rückstellungen der Energiekonzerne dafür reichen, ist mindestens fraglich. Es bleibt zu befürchten, dass letztlich die Steuerzahler für den Löwenanateil aufkommen müssen“, so der AEE-Geschäftsführer.

Erneuerbare Energien immer günstiger

Die Erneuerbaren Energien hingegen haben sich insbesondere Dank der bisherigen Förderung stark vergünstigt. Die Einspeisesätze für Wind und Sonne liegen mit etwa 10 Cent pro Kilowattstunde schon heute unter den von der britischen Regierung geplanten Abnahmegarantien für Atomstrom aus Hinkley Point. Nach aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen wird dieser Trend noch lange anhalten. So werden für die kommenden 20 Jahre Kostensenkungen bis zu 33 Prozent in Deutschland prognostiziert. Für 2050 wird der Preis für Solarstrom in Mittel- und Südeuropa sogar auf zwei bis vier Cent je Kilowattstunde veranschlagt. Philipp Vohrer ist sich sicher: „Durch Förderung von Erneuerbaren Energien unterstützen wir eine Entwicklung, die das Klima für die Zukunft schützt und die Allgemeinheit vor Kosten und Risiken bewahrt - eine wirklich nachhaltige Investition.“

Keine Entwarnung: Erreichen der Klimaschutzziele erfordert weitere Anstrengungen

Ein von der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) veröffentlichter Vergleich wissenschaftlicher Szenarien zur Entwicklung der deutschen Treibhausgasbilanz zeigt, dass deutlich größere Anstrengungen als bisher erforderlich sind, um die politisch gesteckten Klimaschutzziele bis 2020 und darüber hinaus zu erreichen. Setzt sich lediglich der bisherige Trend fort, wird Deutschland die Zielmarke verfehlen, den CO2-Ausstoß bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zum Jahr 1990 zu verringern. „Dass laut aktueller Informationen des Umweltbundesamtes die Treibhausgasemissionen erstmals seit Jahren leicht rückläufig sind, bedeutet noch keine Entwarnung“, folgert AEE-Geschäftsführer Philipp Vohrer. „Vielmehr verkleinert sich damit lediglich die Lücke zwischen Ziel und Wirklichkeit.“

Die 22-seitige Metaanalyse „Klimaschutz und Treibhausgasemissionen in Deutschland“ hat das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) im Auftrag der Agentur für Erneuerbare Energien erarbeitet. Im Fokus stehen die Aussagen von insgesamt 11 Studien zur Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland. Darin vergleicht das ZSW die aktuellen Entwicklungstrends mit Szenarien, die sich an den bestehenden Klimaschutzzielen orientieren. „Im Ergebnis wird deutlich, dass eine bloße Fortsetzung der bisherigen Politik nicht ausreicht, um die gesetzten Ziele zu erreichen. Dafür bedarf es weiterer Maßnahmen, um den CO2-Ausstoß drastisch zu senken“, fasst Vohrer zusammen.

Die über den Ausstoß von Treibhausgasen hinaus analysierten Daten geben Hinweise zu den Ursachen für die beobachtete Entwicklung: So ist der Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid im Rahmen des Emissionshandels viel zu niedrig und es wird zu viel Kohle verstromt. Bei der Entwicklung der Erneuerbaren Energien ist Deutschland im Stromsektor aktuell noch auf dem Zielpfad, aber perspektivisch reicht das Wachstum auch hier nicht aus, um die politischen Ziele zu erreichen. „Erfolgreicher Klimaschutz setzt eine konsequente Nutzung Erneuerbarer Energien in allen Sektoren voraus, also auch im Gebäude- und Verkehrssektor, eine stärkere Senkung des Energieverbrauchs sowie CO2-Preise, die die richtigen Investitionssignale liefern“, erklärt Vohrer.

Drohende Lücke bei der Erreichung des Minderungsziels

Auch der im Dezember 2014 veröffentlichte Fortschrittsbericht Energiewende der Bundesregierung geht davon aus, dass bis 2020 lediglich eine Minderung der Treibhausgasemissionen um 33 bis 34 Prozent erreicht wird und erhebliche zusätzliche Anstrengungen erforderlich sind. Um die Lücke von etwa 62 bis 100 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten zwischen den prognostizierten Emissionsminderungen und dem Ziel, 40 Prozent bis 2020 einzusparen zu schließen, hat die Bundesregierung im Dezember 2014 das Nationale Aktions-programm Klimaschutz und den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) verabschiedet. „Die Konkretisierung und Umsetzung dieser Maßnahmen muss nun zügig beginnen, damit der aktuelle Rückgang der Treibhausgase nicht nur ein witterungsbedingter Einmaleffekt bleibt“, so Vohrer.

Anteil der Erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch

Die Metaanalyse zeigt, dass der angestrebte Beitrag der Erneuerbaren Energien zur Deckung des Brutto-Endenergieverbrauchs im Jahr 2020 von 18 Prozent in allen untersuchten Szenarien erreicht oder leicht überschritten wird. Szenarien, welche die Trends der aktuellen Politik bis 2050 fortführen, kommen allerdings zu dem Ergebnis, dass Erneuerbare Energien im Jahr 2050 lediglich einen Anteil von 28 bis 39 Prozent erreichen. Politisches Ziel ist allerdings ein Anteil von 60 Prozent. „Die Ausbauziele für Erneuerbare Energien sind wesentlicher Erfolgsfaktor für den Klimaschutz. Hier muss das Tempo eher gesteigert als gedrosselt werden“, betont Vohrer.

Erneuerbare Energien kompensieren Abschaltung von AKW Grafenrheinfeld

Nach dem Atomausstiegsbeschluss von 2011 wird das unterfränkische Atomkraftwerk Grafenrheinfeld vom Netz gehen. „Der deutsche Atomausstieg bis 2022 wird durch das verlässliche Wachstum Erneuerbarer Energien und eine verbesserte Energieeffizienz ermöglicht. Wind, Sonne und Bioenergie setzen sich im deutschen Energiemix zunehmend durch und vermindern so unkalkulierbare Risiken der atomaren Energieerzeugung und versteckte Folgekosten “, betont Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). Die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien 2014 hat im Vergleich zu 2010 um rund 50 Prozent auf mehr als 160 Milliarden Kilowattstunden zugelegt. Dies konnte den Rückgang bei der Kernkraft um über 30 Prozent auf knapp 97 Milliarden Kilowattstunden mehr als ausgleichen. Weitere Abschaltungen wie die von Grafenrheinfeld werden also von den Erneuerbaren Energien abgefedert. Der Blick auf die Zahlen der einzelnen Bundesländer zeigt allerdings: Bundesländer mit Atomkraftkapazitäten können den Ausstieg größtenteils nicht allein ausgleichen, sondern sind auf Ökostrom-Importe aus anderen Bundesländern angewiesen. Möglich ist das durch den Transport von Strom über das deutsche Stromnetz. Wie groß der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung pro Bundesland 2013 war, zeigt eine neue AEE-Grafik aus dem Projekt Föderal Erneuerbar.

 

Erneuerbare-Energien-Anlagen in 16 Bundesländern gleichen schwindenden Anteil des Atomstroms aus

 

In Baden-Württemberg zum Beispiel wurde die Atomstrommenge am stärksten reduziert. Betrug sie 2010 noch fast 32.000 Gigawattstunden, waren es 2013 rund 20.000 Gigawattstunden. Allerdings hat der Ausbau von Erneuerbare-Energien-Stromanlagen in Baden-Württemberg weniger Fahrt aufgenommen als zum Beispiel in den neuen Bundesländern. Erneuerbare Energien trugen 2013 in diesem südlichen Bundesland rund 14.700 Gigawattstunden zur Stromproduktion bei, so dass der hier erzeugte Ökostrom nur einen Teil der Stromproduktion der abgeschalteten Atommeiler ersetzt. Der restliche Teil wird durch Strom aus anderen Bundesländern kompensiert. Bayern hingegen hat bei der Erzeugung von Ökostrom in den vergangenen Jahren einen großen Sprung nach vorne gemacht (Strom aus Erneuerbaren in Bayern 2013: 31.634 Gigawattstunden) und kann die bislang reduzierten Atomstrommengen dadurch kompensieren. Im Freistaat ist der Atomstromanteil allerdings bisher auch am wenigsten zurückgefahren worden. Das Kraftwerk Grafenrheinfeld (Stromproduktion 2014: 6.928 Gigawattstunden) ist erst das zweite, das in Bayern abgeschaltet wird. Atomkraft aus den Reaktoren Isar2 und Gundremmingen macht immer noch fast die Hälfte der gesamten bayerischen Erzeugung aus (Atomstrom in Bayern 2013: 42.941 Gigawattstunden). Wenn gemäß dem Atomausstiegsbeschluss alle bayerischen Atomkraftwerke bis 2022 vom Netz gehen werden, werden sie bis dahin kaum allein durch bayerisches Erneuerbare-Energien-Analgen kompensiert werden können. Dafür ist der Import erheblicher Mengen Ökostroms aus anderen Bundesländern notwendig.

 

Umstieg auf Erneuerbare vermindert versteckte Folgekosten

 

„Mit dem Wechsel von Atom- auf Ökostrom verabschiedet sich Deutschland von einem Energieträger mit sehr hohen Voll- und Folgekosten für Steuerzahler und Gesellschaft, wie nicht erst in der aktuellen Endlager-Debatte deutlich wird“, so Vohrer. Die konventionellen Energieträger Atomenergie, Steinkohle und Braunkohle profitieren seit Jahrzehnten in großem Umfang von staatlichen Förderungen in Form von Finanzhilfen, Steuervergünstigungen und der Wälzung von versteckten Folgekosten auf die Steuerzahler bzw. auf künftige Generationen. Das Forum Ökologisch-Soziale Marktwirtschaft (FÖS) gibt an, dass die Gesellschaft im Jahr 2014 für eine Kilowattstunde Windstrom umgerechnet Kosten von 9,2 Cent trug, während sich die Gesamtkosten für Strom aus Atomkraft auf mindestens 14,3 Cent je Kilowattstunde beliefen. Der volkswirtschaftliche Kostenvorteil der Erneuerbaren wird noch deutlicher, wenn man die Vollkosten neuer Anlagen miteinander vergleicht, die auch die Investitionskosten mit abbilden: Nach Berechnungen des FÖS kostet zum Beispiel eine Kilowattstunde Windstrom aus neuen Anlagen 5,1 bis 8,7 Cent pro Kilowattstunde. Bei der Atomenergie liegen die Vollkosten mit 18,5 bis 49,8 Cent pro Kilowattstunde um ein Vielfaches höher.

 

Umweltbewusstsein 2014: Immer mehr Menschen sehen Umweltschutz nicht als Problem, sondern als Teil der Lösung

Das Umweltbewusstsein der Deutschen wandelt sich. Das belegt die neue Umweltbewusstseinsstudie von Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA). Demnach sehen immer mehr Befragte den Umwelt- und Klimaschutz als Teil der Lösung für Zukunftsaufgaben, Wohlstand, Wettbewerbsfähigkeit und Arbeitsplätze.

Fast zwei Drittel der Befragten (63 Prozent) geben an, dass sie den Umwelt- und Klimaschutz für eine grundlegende Bedingung zur Bewältigung von Zukunftsaufgaben wie beispielsweise die Globalisierung halten. 2012 taten dies nur 40 Prozent. Knapp die Hälfte aller Befragten hält Umwelt- und Klimaschutz zudem für eine grundlegende Voraussetzung, um den Wohlstand zu sichern (56 Prozent), die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu erhalten (48 Prozent) und Arbeitsplätze zu schaffen (46 Prozent).

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks sagte: "Ich verstehe diese Ergebnisse als Gestaltungsauftrag der Bevölkerung an die Umweltpolitik. Früher haben viele gedacht, Umweltschutz und Wirtschaftskraft würden sich widersprechen. Heute weiß man: Das Gegenteil ist richtig. Gutes Leben und Umweltschutz gehören zusammen."

 

Die nächste große Aufgabe für den Umweltschutz müsse nun sein, auch als soziale Triebfeder wahrgenommen zu werden, so Hendricks. "Hier zeigt die Studie noch Nachholbedarf. Mein Ziel als Umweltministerin ist, dass mehr Menschen sagen können: Der Umweltschutz macht unser Land gerechter. Denn es sind ja besonders die sozial Benachteiligten, die unter Lärm und Feinstaub in den Städten leiden. Eine soziale Umweltpolitik, die auf Energieeffizienz setzt, auf öffentlichen Nahverkehr, mehr Grün in der Stadt und eine lebenswerte Gestaltung unserer Siedlungen, ist gut für die Umwelt, aber auch gut für Gesundheit und Lebensqualität der Menschen."

Ein wichtiges Gesundheitsproblem ist laut Studie der Lärm: "Zwei Drittel der Befragten fühlen sich von Lärm mittelmäßig oder etwas gestört. Jede oder jeder Zehnte meint gar, Lärm belästige sie oder ihn stark oder äußerst stark. Wir wissen seit langem, dass Lärm nicht nur nervt, sondern Ausmaße erreicht, die krank machen können.", sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA. Am meisten belastet der Straßenverkehrslärm; wie schon 2012 gaben auch in der aktuellen Studie 54 Prozent der Befragten an, sich zumindest "etwas belästigt" zu fühlen.

 

Die Studie zeigt ein anhaltend hohes Umweltbewusstsein in der Bevölkerung. Fast neun von zehn Befragten meinen, dass wir in Deutschland durch unsere Lebensweise auch für Umweltprobleme in anderen Ländern verantwortlich sind. Und fast drei Viertel zeigen sich beunruhigt, wenn sie daran denken, in welchen Umweltverhältnissen unsere Kinder und Enkelkinder wahrscheinlich leben müssen. Bei den Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren ist dieser Anteil mit 85 Prozent noch deutlich höher.

Auch beim Konsum gibt es in einigen Bereichen eine hohes Umweltbewusstsein: So gibt knapp die Hälfte der Befragten an, dass sie beim Kauf von Haushaltsgeräten beziehungsweise Leuchtmitteln immer zu energieeffizienten Alternativen greifen. Ein weiteres Viertel tut dies sehr häufig. Das zeigt, dass das Engagement der Bundesregierung für klimafreundliche, energieeffiziente und haltbare Geräte im Rahmen der Ökodesign-Richtlinie dem Wunsch der Verbraucher entspricht.

 

UBA-Präsidentin Maria Krautzberger sagte: "Die Nachfrage nach grünen Produkten ist groß, der Wille zum Umstieg auf umweltfreundliche Alternativen weit verbreitet. 43 Prozent der Befragten etwa kaufen häufig umweltschonende Reinigungsmittel, 39 Prozent haben schon einmal Ökostrom bezogen und rund ein Fünftel setzt beim Einkauf häufig auf Bio-Lebensmittel." Das Interesse an Öko-Produkten ist aber unterschiedlich ausgeprägt; Öko-Textilien etwa kaufen derzeit nur 10 Prozent der Befragten häufig. "Bei umweltfreundlich hergestellter Kleidung stimmt schlicht das Angebot der Hersteller noch nicht. Biobaumwolle hat derzeit einen Anteil von unter ein Prozent am gesamten Baumwollmarkt. Hier müssen die Hersteller nachlegen, dann steigt auch die Nachfrage", sagte Krautzberger.

82 Prozent der Befragten sind dafür, Städte und Gemeinden gezielt so umzugestalten, dass man kaum noch auf ein Auto angewiesen ist. Bei jungen Menschen (14- bis 17-Jährige) sind sogar 92 Prozent für diese Umgestaltung. Eine hohe Zustimmung gibt es für neue Mobilitätskonzepte in den Städten. Auch steigt die Bereitschaft, auf alternative Angebote wie Carsharing zuzugreifen. Ein Car-Sharing-Fahrzeug kann fünf normale Fahrzeuge ersetzen. Carsharing hat daher das Potenzial, sich zu einem wichtigen Beitrag für Klimaschutz und Ressourceneffizienz zu entwickeln.

 

Die Repräsentativumfrage zum Umweltbewusstsein in Deutschland wird seit 1996 alle zwei Jahre durchgeführt. Erstmals wurde in diesem Jahr die deutsche Wohnbevölkerung ab 14 Jahren befragt (in den Vorgängerstudien ab 18). Diese Studie wurde als Online-Befragung im Zeitraum vom 8. Juli bis 6. August 2014 mit 2117 Personen durchgeführt.

 

Energetische Sanierung: Immer mehr Immobilienprofis zweifeln an Wirtschaftlichkeit

Nie zuvor haben so viele Makler von einer energetischen Sanierung abgeraten, das zeigt der Marktmonitor Immobilien 2015 von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Vor dem Verkauf einer Immobilie raten Makler ihren Kunden vor allem zu einer Dämmung des Daches, vor der Neuvermietung zu einer Wärmeschutzverglasung. Jeder 2. Immobilienprofi empfiehlt den Einbau einer Brennwertheizung. Die Skepsis steigt: Immer mehr Makler raten ihren Kunden von energetischen Sanierungen vor dem Verkauf oder der Neuvermietung ab. Dabei ist die Zurückhaltung vor dem Verkauf (25 Prozent) noch größer als vor der Vermietung (17 Prozent). Das ist ein Ergebnis des aktuellen Marktmonitors Immobilien 2015 von immowelt.de, einem der führenden Immobilienportale, und Prof. Dr. Stephan Kippes von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Seit der Durchführung des ersten Marktmonitors Immobilien im Jahre 2010 zeigten sich die Makler noch nie so zurückhaltend mit ihren Empfehlungen. Damals rieten jeweils nur 12 Prozent der Immobilienprofis gänzlich von energetischen Sanierungen vor dem Verkauf oder der Neuvermietung ab. Als Grund wird von der Mehrheit die zweifelhafte finanzielle Rentabilität angegeben. 3 von 4 Maklern glauben außerdem, dass sich die Sanierung für Verkäufer nicht lohnt, da die späteren Käufer lieber ihre eigenen Vorstellungen umsetzen wollen. Trotz der steigenden Skepsis: Vor dem Verkauf raten 63 Prozent der deutschen Makler zu einer Dämmung des Daches. Neben den energetischen Einsparungen bietet die Dachdämmung einen weiteren Vorteil: In Verbindung mit dem Ausbau des Dachgeschosses kann häufig auch neuer Wohnraum geschaffen werden. Jeweils 48 Prozent der Immobilienprofis sind auch der Meinung, dass sich bei einem späteren Verkauf der Einbau einer Brennwertheizung und einer Wärmeschutzverglasung auszahlt. Vermieter brauchen einen längeren Atem, bis sich Investitionen auszahlen. Für sie lohnt sich aus Sicht der Makler (58 Prozent) am ehesten der verhältnismäßig günstige Einbau von Wärmeschutzfenstern. Die Installation einer Brennwertheizung zahlt sich ebenfalls aus, gibt jeder 2. Makler (51 Prozent) an. Die häufig in der Kritik stehende Fassadendämmung hat eine Abwertung hinnehmen müssen: Nur noch 30 Prozent der Immobilienprofis empfehlen Vermietern die Dämmung der Fassade - 2010 waren es noch 62 Prozent.

 

Deutschland an sechster Stelle bei den Top 10-Ländern für LEED-zertifiziertes ökologisches Bauen

Wie das U.S. Green Building Council (USGBC) berichtet, steht Deutschland an sechster Stelle in der USGBC-Rangfolge der Top 10-Länderliste gemäß LEED, dem weltweit meist angewandten und anerkannten Klassifizierungsprogramm für ökologisches Bauen. Die Top 10-Liste setzt ihren Schwerpunkt auf Länder außerhalb der USA, die signifikante Schritte bei nachhaltigen Bauentwürfen, Baukonstruktionen und der Umgestaltung von Gebäuden unternehmen. Die Liste veranschaulicht die beständig zunehmende internationale Nachfrage nach LEED-zertifizierten ökologischen Gebäuden. Die Bekanntgabe kommt zum Zeitpunkt einer verstärkten internationalen Ausrichtung auf das Thema Klimaschutz im Vorfeld der UN-Klimakonferenz COP21 und den für kommenden Dezember anberaumten Klimaschutzvereinbarungen. Deutschland gilt in der internationalen Gemeinschaft bereits seit langem als Vorreiter in den Bereichen nachhaltige Entwicklung und Klimaschutz und hat bereits 30 Prozent seiner Energieproduktion auf erneuerbare Energiequellen umgestellt. Die führende Position Deutschlands bei der Umsetzung des LEED-Standards weist deutlich auf die Prioritäten von Regierung und Wirtschaftsvertretern des Landes, gleiches gilt auch für die auf den Status des Landes als weltweiter Vordenker in nachhaltiger Ökonomie mit nationalem Stolz erfüllte deutsche Öffentlichkeit. "Deutschland dient bei unserem Übergang hin zu einer nachhaltigen Ökonomie, die besser für alle Menschen und unseren gemeinsam geteilten Planeten ist, kontinuierlich als Vorbild für Innovation in Europa und der Welt," erklärte Rick Fedrizzi, CEO und Gründungsvorsitzender von USGBC. "LEED ist ein global führender Standard für den ökologischen Bausektor in Bau und Entwurf, und LEEDs Popularität in Deutschland spricht Bände über eine Nation, die sich stark für den Erhalt unserer natürlichen Umwelt für zukünftige Generationen bei gleichzeitiger Förderung des wirtschaftlichen Wachstums von heute engagiert. "Die 10 Länder in der Bestenliste für 2015 sind sowohl geografisch als auch kulturell vielfältig. Sie repräsentieren, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), sieben der 20 größten Volkswirtschaften der Welt (China, Deutschland, Brasilien, Indien, Kanada, Südkorea und die Türkei) und gleichzeitig sechs der 11 größten Treibhausgasemittenten (China, Indien, Deutschland, Südkorea, Kanada und Brasilien).

 

Die Top Fünf der energetischen Modernisierung

Schritt für Schritt statt alles auf einmal: Um die eigenen vier Wände energieeffizient zu modernisieren, nimmt die Mehrzahl der Hausbesitzer in Deutschland nicht gleich eine Komplettsanierung in Angriff, sondern setzt auf sogenannte Einzelmaßnahmen. Der Austausch alter Heizkessel lag dabei im vergangenen Jahr an der Spitze der fünf häufigsten Modernisierungsmaßnahmen zur Senkung der Heizkosten, wie eine Auswertung der Förderstatistik der staatlichen KfW-Bank durch die Deutsche Energie-Agentur (dena) zeigt. Neue Brennwertkessel, Wärmepumpen, Solarthermieanlagen, Pelletheizungen oder andere effiziente Heiztechnik wurden 2014 rund 56.500 Mal von der KfW gefördert. Der Heizungstausch war damit die am häufigsten unterstützte Einzelmaßnahme. Am zweithäufigsten erneuerten Immobilienbesitzer nach der KfW-Statistik alte Fenster. Der Einbau moderner Wärmeschutzverglasung wurde rund 54.500 Mal gefördert. Auf Platz drei und vier der populärsten Einzelmaßnahmen folgen die Wärmedämmung des Daches (rd. 26.800) sowie die Fassadendämmung (rd. 13.300). Auf Platz fünf liegt die Überprüfung und Optimierung bestehender Heizungsanlagen, zum Beispiel durch einen hydraulischen Abgleich (rd. 3.200). "Für Hausbesitzer mit begrenzten finanziellen Mitteln können Einzelmaßnahmen ein guter Einstieg in die schrittweise energetische Modernisierung des Eigenheims sein", sagt Christian Stolte, Experte für energieeffiziente Gebäude bei der dena. Der Austausch eines alten Heizkessels, die Erneuerung der Fenster, eine Wärmedämmung und weitere Maßnahmen können über die KfW mit einem Investitionszuschuss von bis zu 5.000 Euro pro Wohneinheit gefördert werden. Die Einbindung erneuerbarer Energien zur Warmwasserbereitung oder zum Heizen kann alternativ auch über das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bezuschusst werden.

 

Gewinner und Verlierer des Klimawandels - Auswirkungen der globalen Klimaveränderungen auf die deutsche Flora und Fauna

Wissenschaftler des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung (UFZ) haben in Zusammenarbeit mit weiteren Partnerinstitutionen die Auswirkungen des Klimawandels auf die Häufigkeit verschiedener Tier- und Pflanzengruppen in Deutschland untersucht. Erstmals wurden dabei Bestandstrends von sehr unterschiedlichen Artengruppen miteinander verglichen. Dabei fanden sie heraus, dass Vögel, Schmetterlinge und Käfer bereits auf den Klimawandel reagieren. Die Studie ist kürzlich im Fachjournal „Biological Conservation" erschienen. Der Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis) ist ein „Gewinner" des Klimawandels am Bodensee und auch das Große Ochsenauge (Maniola jurtina), ein Schmetterling aus der Familie der Edelfalter, ist durch die höheren Temperaturen in Sachsen häufiger geworden. Auf die Verbreitung der Uferschwalbe (Riparia riparia) dagegen hat sich der Wandel des Klimas negativ ausgewirkt allerdings könnten die Veränderungen in den Populationen der Vögel am Bodensee auch mit dem Landnutzungswandel zusammen hängen. „Der längerfristige Bestandstrend spezifischer Tiergruppen hängt eng mit den ‚Temperaturnischen zusammen, in denen die Tiere leben", erklärt Dr. Diana Bowler vom Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrum in Frankfurt und ergänzt: „Unter Temperaturnischen versteht man die Temperaturbedingungen, unter denen Tiere und Pflanzen in ihrer natürlichen Umwelt gefunden werden."

 

Bowler hat gemeinsam mit nationalen und internationalen Kooperationspartnern unter anderem dem Max-Planck-Institut für Ornithologie in Radolfzell, der Goethe-Universität in Frankfurt und dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) die jüngsten Populationsentwicklungen von verschiedener Tier- und Pflanzenarten in Beziehung zu deren Temperaturnischen gesetzt. Ziel war es, die Reaktion der Artengruppen auf den Klimawandel und den damit einhergehenden Temperaturanstieg in den letzten Jahren zu erforschen. Das Team um die Frankfurter Biologin konnte zeigen, dass Vögel, Käfer und Schmetterlinge bereits auf den Klimawandel reagieren und die Häufigkeit ihres Auftretens sich ändert. „Diese Tiergruppen zeigen schon einen ‚klimatischen Fingerabdruck', man sieht in ihren Populationsentwicklungen die Folgen des Klimawandels", erläutert Bowler.

 

Für ihre Studie verwendete die Arbeitsgruppe um Bowler vorhandene Langzeituntersuchungen zu Populationstrends in verschiedenen Tier- und Pflanzengruppen aus Teilen Bayerns, Baden-Württembergs, Sachsens, Sachsen-Anhalts und der Schweiz und Österreichs. Prof. Dr. Katrin Böhning-Gaese, Direktorin des Senckenberg Biodiversität und Klimaforschungszentrums und Seniorautorin der Studie betont: „Die Stärke dieser Studie ist es, dass hier Wissenschaftler aus verschiedenen Institutionen zusammenarbeiten diese Kooperation macht es erst möglich, die unterschiedlichen taxonomischen Gruppen miteinander zu vergleichen. Zudem wird in unserer Studie die Bedeutung von Langzeitdatensätzen klar. Nur wenige Institutionen sind in der Lage, solche Datensätze kontinuierlich zu erheben und verfügen über die erforderliche taxonomische Expertise." Und Prof. Dr. Ingolf Kühn vom UFZ ergänzt: „Die Ergebnisse zeigten insbesondere Veränderungen in der Tierwelt, in dieser Studie war kein großer Effekt des Klimawandels auf Pflanzen zu sehen. Dies lag daran, dass wir einen Lebensraum mit Arten ausgewertet haben, die mit Wärme und Trockenheit gut zurechtkommen. Umso wichtiger ist es zukünftig, Langzeitbeobachtungen in unterschiedlichen Lebensräumen durchzuführen.“ „Da die Temperatur schon seit längerer Zeit ansteigt, können wir bereits erfolgte Veränderungen in der Tier- und Pflanzenwelt nutzen, um diejenigen Arten zu identifizieren, die zukünftig am stärksten vom Klimawandel betroffen sein werden", fügt Bowler hinzu. Hierzu gehören beispielsweise Watvögel (Limikolen), wie die Uferschnepfe (Limosa limosa) am Bodenseee. „Unser Ziel ist es verlässliche Vorhersagen über die Auswirkungen des Klimawandels auf Artengruppen zu treffen und so auch entsprechende Schutzmaßnahmen für diese ergreifen zu können", resümiert Bowler.

 

Lebensmittelabfälle verursachen 4 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen

Obwohl die Menge der weltweit erzeugten Lebensmittel ausreicht, um die Weltbevölkerung zu ernähren, hungern mehr als 800 Millionen Menschen. Eine der Ursachen dafür ist, dass jährlich ca. 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel im Müll landen. Auch die Umwelt leidet unter dieser Verschwendung: „Allein in Deutschland machen Lebensmittelverluste ungefähr 4 Prozent der nationalen Treibhausgasemissionen aus. Weltweit verursachen Lebensmittelverluste Treibhausgasemissionen in Höhe von mehr als drei Gigatonnen – wäre dieser Bereich ein Land, wäre er der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen nach den USA und China“, sagte Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes (UBA), anlässlich eines Sideevent des UBA auf der EXPO 2015 in Mailand, Italien. Von den privaten Konsumentinnen und Konsumenten wird schon heute viel unternommen, um Lebensmittelverschwendung im Haushalt zu vermeiden. Trotzdem werden in Deutschland pro Kopf und Jahr immer noch 81 Kilogramm Lebensmittel zu Abfall (von den 456 Kilogramm, die zuhause konsumiert werden). „Es wird etwas dauern, diese Abfallberge zu reduzieren, aber ich bin mir sicher, dass Veränderungen möglich sind. Immer mehr Konsumentinnen und Konsumenten sind aktiv dabei, bedarfsgerecht einzukaufen, mit Essensresten kreativ zu kochen oder sich über die sachgerechte Lagerung von Lebensmitteln zu informieren“, sagte Frau Krautzberger. Sie fügte hinzu: „In kaum einem anderen Bereich ist es so einfach, Abfälle zu vermeiden“.

 

Ein sehr erfolgversprechender Bereich für die Vermeidung von Lebensmittelabfällen ist der Außer-Haus-Konsum, also Restaurants, Kantinen und Event-Catering. Aktuelle Forschungsergebnisse des UBA zeigen, dass in diesen drei Bereichen zusammen fast ein Drittel der Lebensmittel weggeworfen werden. Die Gründe hierfür sind vielfältig, zum Beispiel ein zu lockeres Kalkulieren der Teilnehmerzahl einer Veranstaltung verbunden mit fehlendem Anreiz, besser zu planen, da das Essen bereits bezahlt wurde. Fortschritte sind auch durch die stärkere Unterstützung der ständig wachsenden Zahl von Einrichtungen zur Weitergabe von Lebensmitteln möglich, von denen es in Deutschland mehr als 900 gibt, die 1,5 Millionen Bedürftige mit Lebensmitteln unterstützen. UBA-Präsidentin Krautzberger: „Die „Tafeln“ sammeln qualitativ einwandfreie Lebensmittel, die vom Einzelhandel nicht verkauft werden konnten. Allerdings bestehen hier noch einige Rechtsunsicherheiten, zum Beispiel wenn Einrichtungen wie den „Tafeln“ versehentlich verdorbene Lebensmittel übergeben werden. Diese Hemmnisse sollten so weit wie möglich beseitigt werden.“ Sie sprach sich auch für eine Entschärfung der derzeit geltenden Handelsnormen zu Aussehen und Form von Obst und Gemüse aus. Lebensmittel sind mit erheblichen Umweltbelastungen verbunden. Die Menge Lebensmittel, die eine Person in Deutschland pro Jahr einkauft, verursacht in etwa einen Flächenverbrauch von einem halben Fußballplatz, einen Wasserverbrauch, der dem Fassungsvermögen von 84 Badewannen entspricht, sowie Treibhausgasemissionen in Höhe von drei Tonnen, was der Menge an CO2 entspricht, die auf einem Flug von Frankfurt nach New York und zurück emittiert wird. Hochgerechnet auf die 80 Millionen Einwohner Deutschlands und die 550 Millionen in der EU sind die Umweltbelastungen durch diese Faktoren immens.

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© future-energy-channel.de/RedaktionMedien Verlag