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www.energy-charts.de     Die Seite für interaktive Grafiken zur Stromproduktion und zu den Spotmarktpreisen in Deutschland. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE möchte mit dieser Website einen Beitrag zur Transparenz und Versachlichung der Diskussion um die Energiewende leisten.

 

Solar- und Windenergie werden in Deutschland erhebliches Wachstum verzeichnen

Laut einer im November 2015 von der Internationalen Organisation für erneuerbare Energien (IRENA) veröffentlichten neuen Studie ist Deutschland hinsichtlich seiner Ziele bis 2030 mit Blick auf erneuerbare Energien auf Kurs. Um noch höhere Anteile an erneuerbaren Energien zu erreichen, muss der Einsatz von Technologien zur Nutzung erneuerbarer Energien in den Bereichen Wärme und Verkehr beschleunigt werden. Laut dem REmap-Bericht über Deutschland, Renewable Energy Prospects Germany, verfügt das Land über Potenziale zur weiteren Steigerung der Strommenge aus Solar- und Windenergie und zum erheblichen Ausbau des Anteils der erneuerbaren Energien im Endverbraucherbereich.

"Der schnelle Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und die ehrgeizigen Ziele haben der Welt gezeigt, dass ein Anteil von 30 Prozent der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung möglich ist", sagte IRENA-Generalsekretär Adnan Z. Amin. "Um jedoch noch höhere Anteile zu erreichen und eines der energieeffizientesten, nachhaltigsten und CO2-ärmsten Energiesysteme der Welt weiter auszubauen, muss Deutschland jetzt über den Stromsektor hinaus blicken."

 

Deutschlands Konzentration auf den Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor hat dazu geführt, dass die Kapazität zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von 12,3 Gigawatt im Jahr 2000 auf 85 Gigawatt 2013 zugenommen hat. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch ist folglich im Laufe der letzten 15 Jahre kontinuierlich gewachsen, nämlich von sechs Prozent im Jahr 2000 auf mehr als 30 Prozent im ersten Halbjahr 2015. Laut Bericht sollte Deutschland den Schwerpunkt mehr auf Technologien zur Nutzung von erneuerbaren Energien und zur Elektrifizierung im Endverbraucherbereich sowie auf das enorme Potenzial von erneuerbaren Energien in den Bereichen Wärme und Verkehr legen. Darüber hinaus unterstreicht der Bericht, dass Deutschland und seine Nachbarn zur Beschleunigung der Energiewende zusammen arbeiten müssen, indem sie regionale Übertragungskapazitäten stärken, Strommärkte anpassen und zur Erreichung ambitionierter Klimaschutzziele erneuerbare Energien stärker berücksichtigen.

 

"Unsere ehrgeizigen Ziele stellen eine verlässliche Grundlage für die weitere Nutzung erneuerbarer Energien dar. Eine wichtige Voraussetzung ist die Gewährleistung der Versorgungssicherheit basierend auf dem Anstieg des Anteils erneuerbarer Energien bei möglichst niedrigen Kosten. Mit der in der letzten Woche getroffenen Entscheidung über das Gesetz zur Weiterentwicklung des Strommarktes haben wir den rechtlichen Rahmen für den deutschen Strommarkt der Zukunft abgesteckt. Mit unserem Strommarktdesign für die Zukunft werden wir die Herausforderung meistern, Stromerzeugung aus konventionellen und erneuerbaren Energien miteinander in Einklang zu bringen", sagte Deutschlands Staatssekretär für Energie, Rainer Baake. "Dabei ist wichtig, dass wir uns dieser Herausforderung in enger Abstimmung mit unseren Nachbarländern und der Europäischen Union stellen. Wie dieser Bericht zeigt, müssen für den weiteren Ausbau des Anteils erneuerbarer Energien die Bereiche Strom, Wärme und Verkehr noch mehr aufeinander abgestimmt werden. Unser Gesetz zur Digitalisierung der Energiewende ist ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg."

 

Deutschlands bisherige Anstrengungen im Bereich erneuerbarer Energien haben die Kosten für die Einfuhr von fossilen Brennstoffen gesenkt, Innovationen gefördert und Arbeitsplätze geschaffen. 2013 waren mehr als 317.000 Menschen in dem Wirtschaftszweig beschäftigt, das sind mehr als doppelt so viele Arbeitsplätze wie 2004. Wenn der im Bericht genannte höhere Anteil von erneuerbaren Energien erreicht wird, hätte dies noch mehr Vorteile mit Blick auf niedrigere Gesundheitskosten, weniger Umweltverschmutzung und geringere Einfuhren von fossilen Brennstoffen zur Folge.

 

Eine Welt mit 150 Gigawatt Solarleistung in Deutschland kann kommen

Das deutsche Stromsystem wird auch mit viermal so viel Solarstromanlagen wie derzeit ohne größere Probleme zurechtkommen – vorausgesetzt, dass diese Anlagen in sinnvoller Weise um akkugestützte Stromspeicher ergänzt werden. Da die Preise sowohl von Solarstromanlagen als auch von Batteriespeichersystemen aller Voraussicht nach weiterhin stark fallen werden, sollten sich Energiepolitik und Energiewirtschaft auf ein Szenario mit hohen Mengen von Solarstrom-Batteriespeichersystemen vorbereiten, rät Agora Energiewende in einem aktuellen Hintergrundpapier. Darin wurden für Deutschland Solarstromanlagen mit einer Gesamtleistung von 150 Gigawatt in Kombination mit Batteriespeichern mit einer Gesamtleistung von 40 Gigawatt und einer Speicherkapazität von 120 Gigawattstunden unterstellt und die Frage untersucht, welche Auswirkungen diese auf das Gesamtsystem hätten. „Szenarien mit 150 oder 200 Gigawatt Photovoltaik in Deutschland, die bis vor kurzem noch von vielen für vollkommen unrealistisch gehalten wurden, sind technisch und ökonomisch möglich. Für die Energiewirtschaft bedeutet dies, nicht so sehr den Verkauf von Strom in den Vordergrund zu stellen, sondern vielmehr mit anderen Produkten zum Partner von Kunden zu werden, die selbst Solarstrom herstellen und speichern“, sagt Dr. Patrick Graichen, Direktor von Agora Energiewende. Das könne beispielsweise durch Energiedienstleistungen, den Verkauf von Stromspeichern, deren Wartung oder das Management von kombinierten Solarstrom/Stromspeicher-Anlagen als Teil eines größeren Pools geschehen. „Die Energiepolitik sollte sich auf einen möglichen Boom bei Solarstrom-Speicher-Kombinationen einrichten, indem sie zum einen die rechtlichen und technischen Rahmenbedingungen so setzt, dass die neue Technik und das Gesamt-Stromsystem gut miteinander verzahnt werden“, so Graichen. „Zum anderen sollte untersucht werden, inwieweit der Siegeszug von Solarstrom-Speicher-Systemen den Bau von weiteren Hochspannungsleitungen über den aktuellen Netzentwicklungsplan hinaus, das heißt nach 2025, überflüssig machen kann.“ Das Hintergrundpapier „Was wäre, wenn … ein flächendeckender Rollout von Solar-Speicher-Systemen stattfände?“ steht zum Download unter www.agora-energiewende.de bereit.

 

Erneuerbare Energien erzeugen fast ein Drittel des Stroms in Deutschland

Die Erneuerbaren Energien haben den größten Anteil im deutschen Strommix. Im Jahr 2015 erzeugten regenerative Anlagen 30 Prozent des Stroms (2014: 25,9 Prozent). Dies ergaben vorläufige Erhebungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW). Der weitere Anlagenzubau und die günstigen Witterungsverhältnisse haben den Erneuerbaren diesen Rekordwert beschert. Insgesamt stieg die Bruttostromerzeugung in diesem Jahr auf 647,1 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) (2014: 627,8). Insbesondere die Stromerzeugung aus Windenergieanlagen an Land macht aktuell einen Anteil von 12 Prozent (8,9) am Strommix aus. Hinzu kommen 1,3 Prozent (0,2) durch Offshore-Windenergieanlagen. Photovoltaikanlagen produzierten ebenfalls mehr Strom als im Vorjahr und liegen aktuell bei 5,9 Prozent (5,7). Biomasse erzielte 6,8 Prozent (6,9) am Strommix, und die Stromerzeugung aus Wasserkraft belief sich auf 3,0 Prozent (3,1). In absoluten Zahlen stieg die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien auf 194,1 Mrd. kWh (2014: 162,5).  Braunkohlekraftwerke kamen auf einen Anteil an der Stromerzeugung von 24,0 Prozent (24,8). Steinkohlekraftwerke trugen 18,2 Prozent (18,9) bei. Der Anteil von Kernenergie liegt bei 14,1 Prozent (15,5). Der Anteil von Erdgas an der Stromerzeugung ist erneut gesunken auf 8,8 Prozent (9,7).  "Es ist erfreulich, dass die Erneuerbaren Energien immer mehr an Bedeutung für den deutschen Strommix gewinnen. Damit wird aber auch klar, dass sich die regenerativen Anlagen zunehmend dem Wettbewerb stellen müssen. Für die weitere Systemintegration brauchen wir eine marktorientierte Förderung der Erneuerbaren Energien. Mit der EEG-Novelle 2016 müssen Auktionen zur Ermittlung der Förderhöhe für regenerative Anlagen eingeführt werden", sagte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

 

Solarenergie entwickelt sich zu tragender Säule der Stromversorgung in Süddeutschland

Mit einer Gesamtleistung von rund 38 Gigawatt (GW) kann die Solarenergie in Deutschland an sonnenreichen Tagen im Sommer bereits mehr als die Hälfte der Verbrauchsspitzen zur Mittagszeit decken. In den beiden südlichsten Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg wären es sogar zwei Drittel. Zudem übernimmt die Solarenergie immer mehr Systemdienstleistungen, die zur Stabilisierung des Stromnetzes beitragen. 

Dazu gehört unter anderem die Frequenzhaltung von 50 Hertz im Stromnetz: Wenn zu viel Strom im Netz ist und die Netzfrequenz dadurch auf mehr als 50,2 Hertz steigt, müssen sich Solarstromanlagen zur Systemstabilisierung schrittweise vom Netz trennen. Ältere Solarstromanlagen mit einer Spitzenleistung von mehr als 10 Kilowatt (kWp) mussten für diese Funktion ein technisches Update erhalten. „Gerade in Regionen mit einem großen Bestand übernehmen Solarstromanlagen mehr Systemverantwortung“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Die beiden süddeutschen Bundesländer, in denen die Solarenergie bereits zu einer tragenden Säule der Stromversorgung geworden ist, profitieren dank der Nachrüstung auch von einer sicheren Versorgung mit regionalem Strom.“ Seit 2010 hat sich die installierte Leistung der Photovoltaik in Deutschland von 18 auf 38 GW mehr als verdoppelt. Im Jahr 2014 ist der Ausbau nach den neuesten Zahlen der Bundesnetzagentur jedoch in allen Bundesländern deutlich eingebrochen. Sogar die untere Grenze des von der Bundesregierung vorgegebenen Ausbaukorridors von 2,5 GW wurde verfehlt. Nur noch 1,9 GW kamen neu hinzu. Mit 427 Megawatt (MW) neu installierter Leistung steht Bayern hier erneut an der Spitze. Allerdings ist der Anlagenzubau auch hier um mehr als die Hälfte zurückgegangen. In den Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin kamen sogar nur wenige Megawatt neuer Anlagen hinzu. Das zeigen die neuen Zahlen auf dem AEE-Portal www.foederal-erneuerbar.de.

 

Spitzenreiter bei der installierten Leistung blieben im Jahr 2014 die Bayern mit 11,1 GW, gefolgt von Baden-Württemberg (5,1 GW) und Nordrhein-Westfalen (4,2 GW). In Bayern und Baden-Württemberg sind nun zusammen etwas mehr als 16 GW installiert. Die Lastspitze in den beiden Südländern beläuft sich zusammengerechnet auf 25 GW. Die Solarenergie könnte also bei ungetrübtem Sonnenschein von Freiburg bis Passau und von Mannheim bis zum Königssee zeitweise bereits zwei Drittel der Spitzenlast decken. An Tagen mit geringem Verbrauch sind sogar höhere Deckungsbeiträge möglich. Die in Bayern und Baden-Württemberg verbreiteten mittelgroßen Anlagen von 10 bis 100 kWp sind häufig im Besitz von Privatpersonen. „Die Betreiber dieser kleinen Kraftwerke leisten durch die so genannte 50,2-Hertz-Nachrüstung einen wichtigen Beitrag zur Stabilität des Stromnetzes und sorgen mit für die hohe Versorgungsqualität in Deutschland“, betont Philipp Vohrer. Systemstabilisierend wirkt sich auch der Ausbau intelligenter Solarstromspeicher aus. Aufgrund eines starken Preisverfalls ist die Nachfrage nach Solarstromspeichern im letzten Jahr um rund 30 Prozent gestiegen.

 

Solar-Drehscheibe zur Ertragsermittlung von Photovoltaikanlagen



Präsentiert von: ModernuS

VDE-Studie: Ohne branchenspezifisches Energieinformationsnetz keine Energiewende

Mit der Einführung der volatilen, regenerativen Energieerzeuger (z. B. Photovoltaik, Windkraft) ändern sich die Lastflüsse im Stromverteilungsnetz. Um Netzinstabilitäten zu vermeiden, muss das Stromnetz im Mittel- und Niederspannungsbereich mit einem Lastmanagement sowie Steuer-, Regelungs- und Informationsübertragungstechnik ausgestattet werden. Wie das neue VDE-Positionspapier "Kommunikationsnetz für das Smart Grid" zeigt, bietet eine Kombination aus (B-)PLC ((Breitband)-Power Line Communication) über die Energienetzinfrastruktur im Niederspannungsbereich mit einem branchenspezifischen Funknetz bei der Arbeitsfrequenz von 450 MHz auf LTE-Technologiebasis die zurzeit beste und zukunftsfähigste Lösung für das erforderliche Energieinformationsnetz. Dieses Netz könnte als "Zubringernetz" zu lokalen Netzknotenpunkten des Energienetzes genutzt und der endgültige Anschluss z. B. der Wohnungen über Powerline Communication betrieben werden. Alternativ ermöglicht die Technologie auch die direkte Verbindung in die Kellerräume der Endnutzer.

Offen ist allerdings die Finanzierbarkeit einschließlich der Regulierung der Lizenzen im Frequenzbereich von 450 MHz durch die Bundesnetzagentur und eventuell anfallender Lizenzkosten. Daher plädiert der VDE dafür, das Frequenzband der Allgemeinheit für diese Anwendung zur Verfügung zu stellen.

 

Stromspeicher sind unverzichtbar für die Energiewende

Die Deutsche Energie-Agentur (dena) fordert in einem aktuellen Positionspapier, den Ausbau von Stromspeichern zügig voranzutreiben. Pumpspeicher und andere Speichertechnologien können nicht nur kurzfristig Schwankungen in der Stromerzeugung ausgleichen, sondern auch überschüssigen Strom aus Wind- und Solarkraftwerken aufnehmen und später in das System einspeisen. Das macht Stromspeicher zu einem strategisch wichtigen Baustein der Energiewende. Die dena kritisiert, dass bislang vorgelegte Studien vielfach von idealisierten Rahmenbedingungen ausgehen und Probleme nicht berücksichtigen, die jetzt schon ersichtlich sind, wie zum Beispiel Verzögerungen beim Netzausbau oder bei der Etablierung eines europäischen Strombinnenmarktes. Gleichzeitig verschlechtert sich die wirtschaftliche Lage für den Betrieb beispielsweise von Pumpspeichern zusehends. Deshalb muss jetzt eine offensive Diskussion zwischen Politik und Wirtschaft geführt werden, um rechtzeitig verlässliche Rahmenbedingungen für den Ausbau von Stromspeichern zu schaffen.

"Stromspeicher sind unverzichtbar für die Energiewende", betont Stephan Kohler, Vorsitzender der dena-Geschäftsführung. "Wer etwas anderes behauptet, schadet der Energiewende und setzt letztendlich die Versorgungssicherheit in Deutschland aufs Spiel. Was oft ausgeblendet wird: Unsere Stromversorgung basiert derzeit zu 80 Prozent auf gespeicherten oder speicherbaren Energieträgern wie Erdgas, Kohle und Biomasse. Wenn wir diese Energieträger weniger nutzen, müssen wir die neuen Energiequellen Wind und Sonne mit Speichern verbinden. Bis zum Jahr 2025 sollen Photovoltaik- und Windkraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 130.000 Megawatt in Deutschland bereitstehen. Wenn die Sonne scheint und der Wind weht, wird die volle Leistung ins Netz gehen. Ohne zusätzliche Speicher verscherbeln wir die mit Förderung durch deutsche Stromverbraucher subventionierte Stromproduktion aus erneuerbaren Energien zu Niedrigstpreisen ins europäische Ausland. Wir sollten nicht denselben Fehler machen wie beim Netzausbau. Auch hier haben wir zu lange gewartet und hinken jetzt den Entwicklungen hinterher."

 

Speicher erhöhen Versorgungssicherheit

Vielfach wird die Notwendigkeit von Stromspeichern ausschließlich im Hinblick auf die Bereitstellung von Flexibilität im Stromsystem diskutiert, da der Flexibilitätsbedarf mit wachsenden Anteilen fluktuierender Stromerzeugung aus Wind und Sonne zukünftig stark steigen wird. Entsprechende Studien gehen zudem von unrealistischen Entwicklungen aus, zum Beispiel bei der Verfügbarkeit alternativer Flexibilitätsoptionen wie Lastmanagement, also der gezielten Steuerung des Verbrauchs in Unternehmen. "In welchem Umfang sich in Deutschland ein Markt für Lastmanagement entwickeln wird und zu welchen Kosten, lässt sich im Moment kaum abschätzen", sagt Stephan Kohler. "Außerdem dürfen wir uns nicht auf die Frage der Flexibilität beschränken. Speicher können mehr als das und deshalb brauchen wir sie umso mehr."

Neben Flexibilität stellen Stromspeicher auch Speicherkapazität und kurzfristig verfügbare gesicherte Leistung bereit. Pumpspeicher können außerdem das Netz bei Engpässen entlasten und tragen dazu bei, die Stromversorgung nach einer Störung wieder aufzubauen, da sie auch ohne externe Stromversorgung anfahren können. Im Energiewirtschaftsgesetz werden bestehende Pumpspeicher trotzdem wirtschaftlich benachteiligt, weil sie als sogenannte Letztverbraucher eingestuft werden, obwohl sie den Strom nur temporär entnehmen und ihn später wieder in das Netz zurückspeisen. Auch bei der Einführung eines Kapazitätsmarkts zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit im Stromsystem sollte sichergestellt werden, dass Stromspeicher daran diskriminierungsfrei teilnehmen können.

 

Marktintegration von Wind- und Solarstrom

Speicher können zudem die Integration von Strom aus erneuerbaren Energien in den Markt befördern. Das aktuelle Marktprämienmodell des Erneuerbare-Energien-Gesetzes führt dazu, dass der erneuerbare Strom über den Spotmarkthandel und damit als "Graustrom" vermarktet wird. So verliert er seine wichtigste Qualitätseigenschaft, die CO2-Neutralität. Werden Photovoltaik- oder Windkraftanlagen mit Stromspeichern kombiniert, kann der Strom weiterhin als "Grünstrom" vermarktet werden.

Weitere Speichertechnologien machen es möglich, Strom in andere Energieträger umzuwandeln. Damit wird überschüssiger Strom aus erneuerbaren Energien zukünftig langfristig speicherbar und kann auch in anderen Verbrauchssektoren wie Mobilität und Wärme genutzt werden. Vielversprechend ist die Speichertechnologie Power to Gas, also die synthetische Erzeugung von Wasserstoff oder Methangas. Auch hier müssen die Weichen für einen großtechnischen und wirtschaftlichen Einsatz jetzt gestellt werden.

 

Studie: Batterien spielen bald zentrale Rolle im Strommarkt

„Dezentrale Batterien tragen künftig zu einem stabilen Stromnetz bei. Sie ergänzen den Wind- und Solarstrom und helfen konventionelle Must-run Kraftwerke abzulösen“, so Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des Bundesverbands Erneuerbare Energie (BEE). Eine heute in Berlin vorgestellte Kurzstudie der Forschungsstelle für Energienetze und Energiespeicher (FENES) im Auftrag des BEE und der HANNOVER MESSE unterstreicht den positiven Beitrag dezentraler Batteriespeicher zur Integration Erneuerbarer Energie in das Stromsystem. Schon jetzt nutzen mehr als 15.000 Haushalte in Deutschland mit Hilfe intelligenter Speicher Solarstrom auch bei Dunkelheit. „Batteriekraftwerke stellen bereits heute Regelleistung bereit, die bisher maßgeblich von konventionellen Kraftwerken erbracht wurde. Auch dezentrale Batteriespeicher sind in Kürze soweit und können einzeln oder im Verbund Verantwortung für einen stabilen Netzbetrieb übernehmen. Um das vorhandene Potenzial vollständig zu erschließen, sind die Rahmenbedingungen entsprechend anzupassen“, betont der Autor der Studie, Prof. Dr.-Ing. Michael Sterner, Professor an der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Batteriespeicher helfen, Spannung und Netzfrequenz konstant zu halten, Engpässen vorzubeugen und eine Abregelung Erneuerbarer Energie zu verhindern. Für den künftigen Strommarkt sollten dezentrale Batteriespeicher daher als wichtige Flexibilitätsoption noch stärker als bisher auf Systemdienlichkeit ausgelegt werden. Damit können die dezentralen Batteriespeicher auch einen wichtigen Beitrag zur gesicherten Leistung erbringen. „Nun müssen die relevanten Märkte für Systemdienstleistungen geöffnet werden, um den vollen Wert der Batteriespeicher für Wirtschaft und Haushalte zu heben“, sagt Falk.

Benjamin Low, Abteilungsleiter Energy bei der HANNOVER MESSE unterstreicht: „In den letzten fünf Jahren hat die Batterieforschung erhebliche Fortschritte gemacht. Die Zelltechnologie wurde verbessert, neue Materialien wurden entwickelt, die Kosten der Batteriespeicher erheblich gesenkt sowie neue und größere Produktionskapazitäten geschaffen. Diese Fortschritte im Bereich Batteriespeicher werden auf der HANNOVER MESSE zu sehen sein.“ Besonders auf dem Gebiet der intelligenten Steuerung von dezentraler Erzeugung samt Wetterprognosen, Eigenverbrauch und Optimierung des Gesamtsystems gewinnt das Batteriesystem als integraler Bestandteil der Gebäudetechnik an Bedeutung.

Die stark fallenden Preise  von modernen Batteriespeichern machen Hausbatteriespeicher für viele Photovoltaik-Anlagenbetreiber zunehmend interessant. „Eigenverbrauch und netzdienliches Speichern von Solarstrom passen zusammen. Die im Batterieförderprogramm der Bundesregierung festgelegte Netzdienlichkeit sollte fortgeschrieben und weiterentwickelt werden“, sagt Prof. Dr.-Ing. Bernd Engel, Sprecher der Arbeitsgruppe Netzfragen im Bundesverband Solarwirtschaft (BSW). Nach Angaben des BSW sind im letzten Jahr die Preise von Batteriespeichern um durchschnittlich 25 Prozent gesunken. Seit Mai 2013 werden kleine Batteriespeicheranlagen durch ein Programm der KfW-Bank gefördert, das bereits Anreize zur Netzdienlichkeit enthält. Dadurch ist die Nachfrage nach Speichern sprunghaft gestiegen. Mit Unterstützung der Bundesregierung informiert das Infoportal www.die-sonne-speichern.de interessierte Verbraucher rund um das Thema Solarstromspeicher. 

Download der Kurzstudie:  http://www.bee-ev.de/fileadmin/Publikationen/BEE_HM_FENES_Kurzstudie_Der_positive_Beitrag_von_Batteriespeichern_2015.pdf

Bilanz 1. Halbjahr: Windstrom stärkt Stromsektor, Erneuerbare Wärme & Verkehr stagnieren

Ökostrom hat im ersten Halbjahr 2015 mit 32,5 Prozent zum gesamten Stromverbrauch in Deutschland beigetragen. Der Anstieg basiert maßgeblich auf dem starken Ausbau der Windenergie, gekoppelt mit guten Winderträgen. „Mit knapp 33 Prozent ist der Erneuerbaren-Anteil im Stromsektor so hoch wie nie zuvor, das ist für Klimaschutz und Energiewende eine sehr gute Nachricht“, bekräftigt Dr. Hermann Falk, Geschäftsführer des BEE. „Doch darf das erfreulich gute Ergebnis bei der Windstromerzeugung nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Ausbau bei anderen Erneuerbaren Energien, insbesondere Photovoltaik und Biogas derzeit stark rückläufig ist. Dort werden die von der Politik selbst gesteckten, ohnehin niedrigen Ausbauziele deutlich verfehlt. Handlungsbedarf besteht auch in dem für den Klimaschutz und die deutsche Wirtschaft so wichtigen Heizungsmarkt.“ „Wir freuen uns über die großen Erfolge der Windenergie, die eine starke Säule der sauberen Stromerzeugung darstellt“, so Falk. Sie basieren vor allem auf dem starken Ausbau der Windenergie an Land, der im Wesentlichen der Flächenbereitstellung in den Ländern zu danken ist. „Doch wünschen wir uns von der Politik eine ambitioniertere Gestaltung der gesamten Energiewende. Die Vielfalt der Technologien ist die Grundlage für eine stabile und sichere Energieversorgung.“ Schließlich gebe es gravierende Einschnitte nicht nur bei den anderen Technologien im Stromsektor, sondern auch ein zu schwaches Wachstum in den Bereichen Wärme und Mobilität. Erneuerbare Energiequellen tragen nur zu knapp 11 Prozent zum Wärmeverbrauch bei; der Anteil der klimafreundlichen Mobilität beläuft sich auf gerade mal 5 Prozent.   Nur im Zusammenspiel können jedoch die übergeordneten Ziele bis zum Jahr 2020 erreicht werden: der Anteil von 18 Prozent Erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch sowie die Reduktion der klimaschädlichen Treibhausgase um 40 Prozent in Relation zu 1990. Zum gesamten Endenergieverbrauch in den Monaten Januar bis Juni 2015 tragen die Erneuerbaren mit gut 14 Prozent bei. Der europäische Durchschnitt entspricht 15 Prozent.

 

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